Diese 10 Verträge sollten Sie einmal im Jahr überprüfen – sonst zahlen Sie unnötig drauf
Viele Verträge laufen im Alltag einfach weiter. Strom, Internet, Handy, Versicherungen, Streamingdienste oder das Girokonto werden einmal abgeschlossen und anschließend kaum noch hinterfragt.
Genau das kann teuer werden.
Denn während Neukunden häufig mit Rabatten, Bonuszahlungen und günstigen Einstiegspreisen gelockt werden, zahlen langjährige Bestandskunden nicht selten deutlich mehr. Hinzu kommen Verträge, die Sie vielleicht längst nicht mehr benötigen.
Ein regelmäßiger Vertragscheck kann deshalb erstaunlich viel Geld sparen. Dafür müssen Sie nicht jeden Monat Preise vergleichen. In vielen Fällen reicht es bereits, wenn Sie sich einmal im Jahr etwas Zeit nehmen.
Wir zeigen Ihnen zehn Verträge und laufende Kosten, die Sie regelmäßig überprüfen sollten.
1. Stromvertrag
Der Stromvertrag gehört zu den wichtigsten Kandidaten für einen regelmäßigen Preischeck.
Viele Verbraucher bleiben jahrelang beim gleichen Anbieter oder sogar in einem vergleichsweise teuren Tarif. Gleichzeitig verändern sich Strompreise, Neukundenangebote und Tarifbedingungen regelmäßig.
Prüfen Sie deshalb mindestens einmal jährlich:
- Wie hoch ist Ihr aktueller Arbeitspreis pro Kilowattstunde?
- Wie hoch ist der jährliche Grundpreis?
- Gibt es günstigere Tarife bei Ihrem bisherigen Anbieter?
- Wie teuer wären vergleichbare Angebote anderer Anbieter?
- Wann endet eine mögliche Preisgarantie?
Wichtig ist dabei nicht nur der beworbene monatliche Abschlag. Entscheidend sind die tatsächlichen Gesamtkosten über ein Jahr.
2. Gasvertrag
Auch beim Gas können Preisunterschiede zwischen einzelnen Tarifen erheblich sein.
Besonders Haushalte mit höherem Verbrauch sollten ihren Vertrag regelmäßig kontrollieren. Schon wenige Cent Unterschied beim Preis pro Kilowattstunde können sich über das Jahr deutlich bemerkbar machen.
Schauen Sie zudem nach, ob Ihr bisheriger Tarif noch zu Ihrem Verbrauch passt.
Wer beispielsweise energetisch saniert, eine neue Heizung eingebaut oder sein Heizverhalten verändert hat, benötigt möglicherweise einen anderen Tarif als noch vor einigen Jahren.
3. Internet- und DSL-Vertrag
Ein Klassiker unter den unnötig hohen laufenden Kosten ist der Internetanschluss.
Viele Anbieter werben in den ersten Monaten mit günstigen Preisen. Nach Ablauf der Rabattphase steigt der monatliche Betrag teilweise deutlich.
Das Problem: Viele Kunden bemerken die Erhöhung zwar, unternehmen aber nichts.
Rechnen Sie einmal nach.
Schon 10 Euro Mehrkosten pro Monat entsprechen 120 Euro im Jahr.
Prüfen Sie daher:
- Was zahlen Sie aktuell tatsächlich pro Monat?
- Welche Geschwindigkeit benötigen Sie wirklich?
- Welche Tarife bietet Ihr Anbieter aktuell Neukunden an?
- Gibt es inzwischen schnellere oder günstigere Alternativen an Ihrem Wohnort?
Nicht jeder Haushalt benötigt dabei automatisch den schnellsten verfügbaren Anschluss.
4. Mobilfunkvertrag
Auch Mobilfunktarife entwickeln sich schnell weiter.
Während früher wenige Gigabyte Datenvolumen relativ teuer waren, erhalten Verbraucher heute häufig deutlich größere Datenpakete zu vergleichbaren oder sogar niedrigeren Preisen.
Besonders ältere Verträge können deshalb unattraktiv geworden sein.
Fragen Sie sich:
- Wie viel Datenvolumen verbrauchen Sie tatsächlich?
- Benötigen Sie ein neues Smartphone zusammen mit dem Vertrag?
- Gibt es günstigere SIM-only-Angebote?
- Zahlen Sie eventuell noch für Leistungen, die Sie kaum nutzen?
Ein häufiger Fehler besteht darin, einen Handyvertrag inklusive Smartphone einfach weiterlaufen zu lassen, obwohl das Gerät längst vollständig bezahlt ist.
5. Kfz-Versicherung
Die Kfz-Versicherung gehört zu den Verträgen, bei denen ein regelmäßiger Vergleich besonders sinnvoll sein kann.
Versicherungsbeiträge verändern sich beispielsweise durch neue Typklassen, Regionalklassen, Schadenfreiheitsrabatte oder geänderte Tarifmodelle.
Auch Ihre persönliche Situation kann sich verändern.
Vielleicht fahren Sie inzwischen weniger Kilometer, das Fahrzeug wird von weniger Personen genutzt oder Sie benötigen bestimmte Zusatzleistungen nicht mehr.
Prüfen Sie deshalb nicht nur den Preis, sondern auch die enthaltenen Leistungen.
Ein günstiger Tarif ist schließlich nur dann sinnvoll, wenn der Versicherungsschutz weiterhin zu Ihren Bedürfnissen passt.
6. Haftpflicht- und Hausratversicherung
Versicherungen werden häufig abgeschlossen und anschließend über viele Jahre nicht mehr angesehen.
Dabei können sich sowohl Ihre Lebenssituation als auch die angebotenen Tarife verändern.
Bei der privaten Haftpflichtversicherung sollten Sie beispielsweise regelmäßig prüfen, ob die vereinbarte Deckungssumme noch angemessen ist und ob wichtige Leistungen enthalten sind.
Auch bei der Hausratversicherung kann sich der tatsächliche Wert Ihres Hausrats im Laufe der Jahre verändern.
Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf den Beitrag.
Ein Wechsel ist allerdings nicht automatisch sinnvoll. Ältere Versicherungsverträge können teilweise Bedingungen enthalten, die bei neuen Tarifen nicht mehr angeboten werden.
Vergleichen Sie deshalb immer Preis und Leistung.
7. Girokonto
Zahlen Sie Kontoführungsgebühren?
Dann lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf Alternativen.
Neben der monatlichen Grundgebühr können weitere Kosten entstehen, beispielsweise für:
- Kreditkarten
- Girokarten
- Bargeldabhebungen
- Überweisungen
- Dispositionskredite
Aus scheinbar kleinen Gebühren können sich im Laufe eines Jahres überraschend hohe Beträge ergeben.
Allerdings sollte der Preis nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.
Wenn Sie beispielsweise regelmäßig Bargeld einzahlen müssen, persönliche Beratung wünschen oder bestimmte Bankdienstleistungen benötigen, kann ein kostenpflichtiges Konto trotzdem sinnvoll sein.
8. Kreditkarte
Viele Verbraucher besitzen inzwischen mehrere Kreditkarten.
Eine wurde für eine Reise abgeschlossen, eine andere gab es zum Girokonto dazu und eine weitere wurde wegen eines Bonusprogramms beantragt.
Mit der Zeit kann dabei schnell der Überblick verloren gehen.
Prüfen Sie einmal jährlich:
- Welche Kreditkarten besitzen Sie überhaupt?
- Welche davon nutzen Sie regelmäßig?
- Fallen Jahresgebühren an?
- Wie hoch sind Gebühren für Bargeldabhebungen?
- Was kosten Zahlungen in Fremdwährungen?
Besonders wichtig: Kontrollieren Sie auch die Abrechnungsart.
Bei manchen Karten wird der offene Betrag nicht automatisch vollständig abgebucht. Stattdessen kann eine Teilzahlung voreingestellt sein, bei der hohe Zinsen entstehen können.
9. Streamingdienste und digitale Abos
Netflix, Musikstreaming, Cloudspeicher, Apps, Zeitungen, Sport-Abos und weitere digitale Dienste kosten einzeln oft nur wenige Euro.
In der Summe kann daraus jedoch ein beträchtlicher monatlicher Betrag werden.
Die einfachste Methode für einen Abo-Check:
Gehen Sie die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen der vergangenen zwei bis drei Monate durch.
Markieren Sie alle regelmäßig wiederkehrenden Abbuchungen.
Fragen Sie sich anschließend bei jedem Dienst:
Habe ich diesen Dienst in den vergangenen vier Wochen tatsächlich genutzt?
Falls nicht, kann eine Kündigung sinnvoll sein.
Viele Streaming-Abos lassen sich schließlich jederzeit wieder neu abschließen.
10. Fitnessstudio und andere Mitgliedschaften
Ein Fitnessstudio für 30 Euro monatlich kostet 360 Euro im Jahr.
Wenn Sie regelmäßig trainieren, kann das gut investiertes Geld sein.
Wenn Sie das Studio allerdings seit Monaten nicht mehr besucht haben, wird daraus ein teures schlechtes Gewissen.
Das Gleiche gilt für andere Mitgliedschaften, beispielsweise:
- Sportvereine
- Online-Plattformen
- Premium-Mitgliedschaften
- Lernplattformen
- Software-Abonnements
- Bonusprogramme mit Jahresgebühr
Viele dieser Verträge werden weiterbezahlt, weil die einzelnen Beträge relativ klein erscheinen.
Über mehrere Jahre können daraus allerdings hohe Summen entstehen.
Bonus: Kontrollieren Sie auch kleine monatliche Abbuchungen
Gerade kleine Beträge werden häufig übersehen.
4,99 Euro hier, 7,99 Euro dort und noch einmal 9,99 Euro für einen anderen Dienst wirken zunächst harmlos.
Drei solcher Abos mit zusammen 22,97 Euro kosten allerdings bereits rund 276 Euro im Jahr.
Fünf oder sechs kaum genutzte Abonnements können schnell mehrere hundert Euro jährlich verschlingen.
Deshalb sollten Sie bei Ihrem Vertragscheck nicht nur die großen Posten betrachten.
Der 30-Minuten-Vertragscheck
Ein jährlicher Vertragscheck muss nicht kompliziert sein.
Nehmen Sie sich Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen und Ihre wichtigsten Vertragsunterlagen zur Hand.
Dann arbeiten Sie diese Punkte durch:
- Alle regelmäßigen Abbuchungen identifizieren
- Nicht mehr benötigte Abos markieren
- Strom- und Gastarif prüfen
- Internet- und Mobilfunkkosten vergleichen
- Versicherungsbeiträge kontrollieren
- Bank- und Kreditkartengebühren prüfen
- Kündigungs- und Vertragsfristen notieren
Sie müssen dabei nicht jeden Vertrag sofort wechseln.
Schon die Frage, ob Sie eine Leistung überhaupt noch benötigen, kann viel Geld sparen.
Wie viel lässt sich durch einen Vertragscheck sparen?
Eine pauschale Summe lässt sich nicht nennen.
Bei einem Haushalt mit bereits günstigen und regelmäßig geprüften Verträgen kann das Sparpotenzial relativ gering sein.
Wer dagegen seit mehreren Jahren weder Stromtarif noch Handyvertrag, Versicherungen oder Abonnements überprüft hat, kann deutlich mehr sparen.
Besonders interessant sind viele kleine Einsparungen.
20 Euro beim Internet, 15 Euro bei Mobilfunk und Streaming sowie einige Euro bei Versicherungen und Bankgebühren können sich schnell auf mehrere hundert Euro im Jahr summieren.
Nicht nur auf den Preis achten
Der günstigste Vertrag ist nicht automatisch der beste.
Das gilt insbesondere bei Versicherungen, Banken und Telekommunikationsverträgen.
Achten Sie neben dem Preis unter anderem auf:
- Vertragslaufzeit
- Kündigungsbedingungen
- Leistungsumfang
- Selbstbeteiligungen
- Preisgarantien
- Service
- mögliche Zusatzkosten
Ein Vertrag, der zehn Euro günstiger ist, kann am Ende trotzdem die schlechtere Wahl darstellen, wenn dafür wichtige Leistungen fehlen.
Fazit: Einmal im Jahr kann bereits reichen
Sie müssen nicht ständig Vergleichsportale durchsuchen oder jedem neuen Angebot hinterherlaufen.
Ein fester Vertragscheck einmal pro Jahr reicht für viele Haushalte bereits aus, um unnötige Kosten aufzuspüren.
Besonders Strom, Gas, Internet, Mobilfunk, Versicherungen und digitale Abonnements sollten Sie dabei genauer unter die Lupe nehmen.
Der wichtigste Schritt ist jedoch oft noch einfacher:
Prüfen Sie zunächst, wofür Sie jeden Monat überhaupt Geld bezahlen.
Denn der günstigste Vertrag ist immer noch teurer als ein Vertrag, den Sie gar nicht mehr benötigen.

Matthias erstellt, betreibt und vermarktet schon seit dem Jahre 2000 diverse Blogs und Webseiten. Die meisten davon drehen sich um Verbraucherthemen sowie Produkttests, Aktien, Börse und Tipps zum Geld sparen.
Er wurde 1973 geboren, lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover und hat zwei erwachsene Kinder.



