Kredite von Privat – eine sinnvolle Alternative?

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Kredite von Privat - eine sinnvolle Alternative?

Kredite von Privat sind derzeit im Trend, doch wie funktioniert das eigentlich? Ein Privatkreditvertrag wird zwischen natürlichen Personen ohne Einschaltung eines Kreditinstituts geschlossen. Insofern kommen als Kreditgeber Freunde und Verwandte, der Arbeitgeber oder sonstige Dritte in Betracht. Für die Kontaktaufnahme zu unbekannten Dritten gibt es zahlreiche Internetportale, in denen Privatkredite (auch Peer-to-Peer-Kredit oder P2P-Kredit genannt) vermittelt werden.

Form und Inhalt

Der Privatkreditvertrag kann formfrei abgeschlossen werden und ist unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften frei verhandelbar. Eine mündliche Vereinbarung hätte demnach genauso Bestand, wie ein schriftlicher Vertrag. Gleichwohl ist die schriftliche Fixierung mit beidseitiger Unterschriftsleistung aus Nachweisgründen dringend zu empfehlen. Im Streitfall ist ein mündlich abgeschlossener Vertrag – insbesondere die konkreten Regelungen – ohne Zeugen kaum nachweisbar. Der Privatkreditvertrag sollte neben den persönlichen Daten der beiden Parteien (Vorname, Name, Geburtsdatum und Adresse) die Höhe des Kreditbetrages, die vereinbarten Zinsen und die Zahlungsmodalitäten (Auszahlungsdatum, Rückzahlungstermin, Kontonummern) enthalten. Wenn möglich sollten bereits bei Abschluss des Vertrages etwaige Problembereiche erkannt und in den Vertrag aufgenommen werden. Es empfiehlt sich, die Auszahlung sowie die Rückzahlung des Kreditbetrages schriftlich auf dem Vertrag zu quittieren.

Zwischen Chance und Risiko

Für die Vertragsparteien kann der Privatkreditvertrag eine echte Win-win-Situation darstellen. Grundsätzlich gilt, dass der Kontakt auf Augenhöhe stattfindet ohne überlegenes Kreditinstitut.

Ein Mitreden bzw. Mitgestalten der Vertragskonditionen ist begrenzt möglich. Bei Onlineportalen (sog. P2P-Portale) fällt diese Option in der Regel weg.

Im Familien- oder Freundeskreis können die zu zahlenden Zinsen frei verhandelt werden und unterfallen lediglich gesetzlichen Grenzen im Wucherbereich. Negative Schufa-Einträge oder unsichere Finanzierungsabsichten beeinträchtigen den Abschluss des Privatkreditvertrages nicht.

Im Onlinebereich sieht dies etwas anders aus, erklären die KreditAgenten. In dem anzulegenden Profil hat der zukünftige Kreditnehmer Finanzierungsabsichten und Bonität darzulegen. Üblicherweise werden hier wie bei anderen Darlehen auch Schufa-Einkünfte eingeholt und den möglichen Kreditgebern offengelegt. Die Gegenleistung (also die Zinsen) kann der Kreditnehmer in einem Auktionsverfahren selbst festlegen und ggf. anpassen – und zwar so lange, bis die gewünschte Kreditsumme erreicht ist. Der Vorteil auf beiden Seiten: Ein Kreditnehmer ist nicht von einem Partner abhängig, sondern erhält von mehreren Kreditgebern Geld. Ein Kreditgeber investiert nicht sein gesamtes Geld in einen Kreditnehmer und riskiert im Falle eines Forderungsausfalls nicht alles.

Absicherungsmöglichkeiten

Um das Risiko des Forderungsausfalls zu minimieren, ist die Vereinbarung von Sicherheitsleistungen denkbar. Eine geeignete Sicherheit stellt zum Beispiel ein Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II), ein Grundschuldbrief oder eine sonstige Abtretung von Rechten (Renten, andere Forderungen, Patente, etc.) dar. Auch die Beteiligung eines Dritten (Bürge oder Drittschuldner) ist möglich. Der Kreditgeber zahlt den vereinbarten Kreditbetrag erst aus, wenn die vereinbarte Sicherheit übergeben wurde. Bei vollständiger Rückzahlung erhält der Kreditnehmer seine Sicherheit zurück. Dies schafft eine zusätzliche Absicherung für den Kreditgeber. Sollte die Rückzahlung des Kreditbetrages unterbleiben, kann der Kreditgeber die Sicherheit verwerten und seine Ansprüche daraus befriedigen. Hat ein Bürge den Vertrag mit unterzeichnet, kann dieser in Anspruch genommen werden.



Fazit

Ein Kredit von Privat ist eine gute Alternative zu herkömmlichen Bankkrediten. Wer sich absichert und den Vertrag schriftlich festhält, kann sein Geld gut investieren bzw. günstig Geld leihen. Das Risiko eines Verlustes bleibt jedoch aufseiten des Kreditgebers.

Foto: pixabay.com

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Matthias erstellt, betreibt und vermarktet schon seit dem Jahre 2000 diverse Blogs und Webseiten. Die meisten davon drehen sich um Verbraucherthemen sowie Produkttests, Aktien, Börse und Tipps zum Geld sparen.

Er wurde 1973 geboren, lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover und ist alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teeniealter.

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