Weihnachtsmärkte zu Hause

Die Adventszeit hat begonnen und mit ihr das freudige Zuwarten auf Weihnachten. Kinder freuen sich auf Geschenke und Süßigkeiten, die Erwachsenen auf eine möglichst ruhige Zeit mit gutem Essen und Getränken.

Weihnachtsmärkte (Christkindlmärkte) unterstützen die weihnachtliche Einstimmung, jedoch ist es in Zeiten von Corona nicht immer möglich diese Märkte zu besuchen. In Österreich gibt es leider bereits wieder einen allgemeinen Lockdown, in anderen Ländern ist er in Diskussion. Sei es, wie es sei, natürlich ist es auch ohne Lockdown nicht allzu sinnvoll, wenn sich bei hohen Inzidenzen Menschenmassen ohne Abstand durch enge Gassen drängen.

Dennoch muss man auch heuer nicht auf die Schmankerl und die Stimmung vom Christkindlmarkt verzichten – holen Sie sich den Markt doch einfach nach Hause und genießen Sie in engsten Kreis Ihrer Familie!

Was es zum Weihnachtsmarktflair im Kleinen benötigt, ist im Handumdrehen selbst hergestellt: Deko, Musik, Aromen, gutes Essen und Geschenkideen.

1. In weihnachtliche Stimmung kommen: mit der richtigen Dekoration und Musik

Sie sind ein Dekomuffel und weigern sich vehement gegen saisonale Dekoration? Verständlich – jedoch für einen besonderen Weihnachtsmarktabend, machen Sie sicherlich eine Ausnahme, denn ohne Dekoration ist so ein Weihnachtsmarkt wirklich nur halb so schön. Sie müssen nicht die ganze Wohnung umdekorieren – beschränken Sie sich auf die Küche oder den Essbereich. Große Wirkung erzielen schon kleine Änderungen wie weihnachtliche Servietten, ein paar Christbaumkugeln und Lichterketten, Engel, dazu vielleicht Kerzen (am Adventskranz oder Teelichter in weihnachtlichem Dekor) und schon ist die Stimmung weihnachtlich festlich. Sie müssen nicht jedes Jahr neue Dekoration kaufen. Schicke Dekoelemente in Gold, Silber oder Rot passen immer wieder und sind zeitlos. Ihre kleine Dekosammlung können Sie mit dem einen oder andere besondere Schmuckstück jährlich ergänzen oder selbst basteln.

Am besten legen Sie bereits zum Dekorieren Ihre liebste Weihnachtsmusik auf. So kommen Sie in den richtigen Mood und wenn Sie Kinder haben, lassen Sie diese doch beim Dekorieren mithelfen und starten Sie einen Weihnachtsfamilientanz. Kinder, die Instrumente spielen, freuen sich, wenn sie Weihnachtslieder vorspielen dürfen, andere lieben es gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. Denken Sie doch einmal zurück, wie das bei Ihnen damals war.

2. Gerüche und Aromen

Was ist Weihnachten ohne den Geruch nach Zimt, Nelken, Nüssen und süßen Aromen? Holen Sie sich diese Gerüche doch einfach ins traute Heim, indem Sie selbst backen (Keksteig entweder selbst herstellen oder fertig kaufen und nur noch mit den Kids ausstechen und ins Backrohr geben).

Dazu vielleicht noch ein Bratapfel und wärmender Punsch dazu und die Weihnachtsstimmung ist nicht mehr weit. Wenn es schnell gehen muss, hilft auch eine weihnachtliche Teemischung oder Duftkerzen für die aromatische Einstimmung.

Rezeptidee:

Bratapfel

1 Apfel

2-3 Esslöffel Haferflocken und Nüsse nach Wahl (alles hacken)

10g Zucker – nach Wunsch Gewürze wie Zimt dazugeben

Zubereitung:
Apfel waschen und den oberen Teil des Apfels, wie einen Deckel, abschneiden und den Apfel im Ganzen aushöhlen – Kerngehäuse entfernen, Fruchtfleisch behalten. Dann das Apfelinnere mit der Haferflocken-Nuss-Zuckermischung vermischen und wieder in den hohlen Apfel füllen. Bei rund 180 °C ca. 15 Minuten backen.

Wer möchte, kann dazu eine Vanillesauce oder Vanillepudding servieren.

3. Gerichte vom Weihnachtsmarkt

Auf manche kulinarischen Köstlichkeiten freut man sich das ganze Jahr, weil es sie so selten gibt. Dazu zählen auch einige Klassiker, die man auf den Weihnachtsmärkten findet: Champignons in Creme, Raclette Brot, Langos usw.

Holen Sie sich den Genuss heim und fertigen Sie diese Gerichte einfach zu Hause an – es ist nicht so schwierig, wie man vielleicht denkt.

Rezeptideen:

Geröstete Champignons

Eine Packung braune oder weiße Champignons

1 Zwiebel

Etwas Speck nach Wunsch

Gewürze nach Wahl (z. B. Thymian, Salz, Pfeffer, Oregano, Paprika)

Öl

Zubereitung:
Champignons waschen, trocknen und gut putzen, Stielende abschneiden, dann vierteln oder in Scheiben schneiden. Zwiebel und Speck glasig in Öl anbraten, dann Champignons dazugeben und weiter anbraten. Danach Gewürze dazugeben dünsten, bis die Champignons weich sind (ca. 10–15 Minuten). Ev. etwas Zitronensaft dazu geben.

Wenn man eine Sauce dazu haben möchte, kann man zunächst mit etwas Gemüsebrühe aufgießen und danach eine Mischung aus 1 EL Mehl mit Sahne (200 ml) dazu geben, aufkochen und eindicken lassen, oder einen kalten Knoblauchdip herstellen: Zu gleichen Teilen Naturjoghurt und Sauerrahm, ca. 1 Teelöffel Olivenöl und 2–3 Knoblauchzehen, die gepresst oder klein gehackt werden, dazu etwas Salz und Pfeffer und alles gut durchmischen und etwas durchziehen lassen.

Raclette Brot

Je 1 Scheibe frisches Schwarzbrot

Je Brot je nach Größe mind. 2–3 Scheiben Raclettekäse nach Wahl (oder anderer würziger Käse)

Pfeffer und Paprikagewürz (oder andere Gewürze nach Wahl)

Wahlweise (gerösteter) Zwiebel

Etwas Butter

Zubereitung:
Brot mit Butter bestreichen und mit den gewünschten Zutaten belegen, mit den Gewürzen bestreuen und im Rohr bei ca. 180 °C (Umluft) ca. 10–15 Minuten überbacken, sodass der Käse schmilzt, leicht gebräunt wird und das Brot leicht geröstet wird. Mit Röstzwiebel anrichten.

Abwandlungen:

Überbackenes Salamibrot

Wer es noch herzhafter möchte, kann sein Brot auch mit Salami belegen und dann mit reichlich Camembert überbacken.

Mediterranes überbackenes Brot

Eine mediterrane Variante bietet sich mit Mozzarella und Tomaten mit Basilikum an. Statt dem Schwarbrot kann man auch eine Ciabattahälfte verwenden.

Langos

(ca. 5 Stück)

500g Mehl

½ Würfel frische Germ (Hefe)

250 ml lauwarmes Wasser

1 Teelöffel Salz

Öl zum Frittieren

Knoblauch und/oder geriebener Käse als Belag

(auch Speck, Creme fraîche, saure Sahne (Sauerrahm) oder Räucherlachs – bzw. eine Kombination daraus eignen sich als Belag)

Zubereitung:
Hefe in warmem Wasser auflösen, mit Mehl und Salz vermischen und eine Stunde (zugedeckt) an einem warmen Ort gehen lassen. Dann durchkneten und ca. 5 Kugeln formen und nochmals eine halbe Stunde gehen lassen. Die Kugeln mit den Händen in eine Fladenform bringen und in heißem Öl je Seite ca. zwei Minuten ausbacken. Danach nach Geschmack mit Knoblauch einreiben und/oder mit geriebenem Käse bestreuen oder einfach pur genießen.

4. Geschenke

Am Weihnachtsmarkt gibt es traditionell viel zu sehen und interessante Geschenke und Handwerkskunst zu erwerben. Im Sinne einer Entschleunigung vom Alltag und nachhaltigeren Lebensweise ist es eine Überlegung wert, Geschenke dieses Jahr einfach mal, anstatt zu kaufen, selbst herzustellen: Kuschelkissen, Leseknochen oder Kräutersäckchen sind schnell genäht. Backmischungen in Schichten rasch aus erlesenen Zutaten in formschöne Gläsern abgefüllt und das Rezept ausgedruckt. Selbst hergestellte Kräutersalze oder Öle sind optisch und aromatisch ein Genuss und zeigen, dass es ein Geschenk ist, das von Herzen kommt und mit Liebe hergestellt wurde. Außerdem haben diese Geschenke einen praktischen Nutzen für den Beschenkten.

Wenn Ihnen partout keine Geschenkidee für Ihre Liebsten, die schon alles besitzen, einfällt, sollten Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, an soziale und karitative Einrichtungen zu denken und diese (im Namen des Beschenkten) mit einer Spende zu unterstützen anstatt weitere Konsumwaren, die niemand benötigt, anzuhäufen. Unterstützen Sie etwa mit einer gespendeten Ziege oder einer Hühnerschar Menschen in ihrem Alltag und schenken Sie Geschenke, die Sinn stiften und woanders einen Mehrwert bieten und die Welt ein Stückchen besser machen, um der ursprünglichen Idee von Weihnachten wieder näherzukommen.

5. Weihnachtliche Getränke

Um sich zu wärmen, greift man am Streifzug durch die Adventsmärkte gerne zu Heißgetränken (mit und ohne Alkohol). Auch wenn Sie Ihren Adventsmarkt heuer im Kleinen zu Hause zelebrieren, runden die ein oder andere Tasse Punsch, Glühwein oder Tee mit Rum das Erlebnis ab.

Wer die Heißgetränke stilecht konsumieren möchte, kann sich ja mit seiner Tasse auf den Balkon begeben oder einen kleinen Spaziergang mit der Thermoskanne antreten.

Rezeptidee:

Weihnachtspunsch (alkoholisch)

0,75l Schwarztee (3 Beutel)

Ca. 300 ml Orangensaft (je nach gewünschtem Geschmack) oder 4–5 frische Orangen auspressen

2 Zimtstangen oder etwas Zimtgewürz

Einige Esslöffel Honig

Ca. 4–5 Nelken

1 Sternanis

1 Flasche Rotwein

Rum nach Wunsch

Zubereitung:
Schwarzteebeutel und Gewürze mit kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Teebeutel entfernen, Honig nach Wunsch und gewünschter Süße hinzugeben. Mit Orangensaft und Wein aufgießen und Mischung erwärmen und dann warmhalten. Wer möchte, kann auch etwas Rum hinzugeben. Nach Alkoholzugabe den Punsch nicht mehr kochen. Punsch durch ein Sieb gießen und warm servieren.

Wenn Sie den Punsch länger warmhalten, entfernen Sie die Gewürze, da sich sonst ein bitterer Geschmack bilden könnte.

Ich wünsche eine schöne Adventszeit, viel Vergnügen und Genuss bei Ihrem privaten Weihnachtsmarkt! Teilen Sie gerne weitere Ideen mit uns.

Foto: pixabay.com

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