Was ist eine nachhaltige Immobilie?

Um eine nachhaltige Immobilie zu beschreiben, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Bezeichnungen wie Green Building, grüne Immobilie oder ökologisches Wohnen. Diese Begriffe beziehen sich auf den umweltbewussten Ansatz beim Bau oder der Sanierung einer Immobilie. Der Ansatz besteht konkret darin, an der Energieleistung oder der allgemeinen grünen Qualität einer Immobilie zu arbeiten.

Definition nachhaltige Immobilie

Nachhaltige Immobilien sind in erster Linie durch die Energieeffizienz des Gebäudes und den ökologischen Fußabdruck eines Neubaus gekennzeichnet. Für Notare ergibt sich der Wert einer grünen Immobilie hauptsächlich aus der Verbesserung ihrer Wärmedämmung und Umweltleistung. Diese Art von Immobilie wird also im Vergleich zu Wohnungen mit ähnlicher Fläche, gleicher Anzahl von Zimmern usw. aufgewertet.

Ein nachhaltiges Gebäude erkennt man an den entsprechenden Zertifizierungen. In Deutschland gibt es mehrere Energielabels zur Kennzeichnung von Immobilien mit reduziertem Energiebedarf. Sie werden für Immobilien vergeben, die den CO2-Ausstoß reduzieren und so die Umweltziele möglich machen.

Diese Zertifizierungen gibt es:
● Deutsches DGNB – Das DGNB ist Deutschlands namhaftestes Umweltsiegel von der deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen.
● Zertifikat des Passivhaus-Instituts.
● BNB für Bundesgebäude.
● Englands Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM) als international anerkannte Zertifizierung.
● Die amerikanische Zertifizierung Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) für Unternehmen, die international tätig sind.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Qualitätssiegel für nachhaltige Baumaterialien. Das Konzept von nachhaltigen Immobilien muss in einer Zeit definiert werden, in der Regierungen und Arbeitsgruppen der Immobilienbranche Maßnahmen ergriffen haben, um die Umweltauswirkungen von Gebäuden zu verbessern. All diese Anreize machen Sinn, wenn man sich vor Augen hält, dass das verarbeitende Gewerbe 42 % (2018) des Endenergieverbrauchs verursacht hat.

Ausgehend von diesem Ergebnis ist es verständlich, warum sich die Akteure mobilisiert haben, um den Immobiliensektor umzugestalten. Die schwierige Gleichung der nachhaltigen Entwicklung lautet: Die Umwelt schützen und gleichzeitig das Wachstum und die Einnahmen aus dem Immobiliensektor aufrechterhalten.

Immobilien und nachhaltige Entwicklung

Angesichts dieser Gleichung bietet das Konzept der nachhaltigen Immobilien eine Reihe von richtungsweisenden Lösungen, um die drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung auf Immobilien anzuwenden.

Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit

● Ökologie: Schutz von Natur und Umwelt und Reduktion von Emissionen.
● Soziales: Gerecht – Ethisch – Fair
● Ökonomie: Regionale und lokale Wertschöpfung, Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften.

Warum in nachhaltige Immobilien investieren?

Abgesehen von der Erfüllung bestimmter Umweltkriterien sind nachhaltige Immobilien für institutionelle Anleger, Sparer, Vermieter, Mietverwaltungsgesellschaften und Immobilienmakler interessant. Wohnungen, die mit A oder B klassifiziert sind, sind in der Regel energieeffizienter. Sie werden deshalb zu Preisen verkauft, die zwischen 6 % und 14 % über denen von herkömmlichen Wohnanlagen liegen.

Ebenso erhalten Immobilien mit entsprechendem Siegel zwischen 6 % und 22 % höhere Preise im Vergleich zu herkömmlichem Wohneigentum mit ähnlicher Fläche. Diese Wertsteigerung geht mit einer Reihe von ökologischen und ökonomischen Vorteilen einher. Der Wohnraum reduziert die Treibhausgasemissionen, die CO2-Bilanz und die Strom- sowie Gasrechnungen. Mit anderen Worten: Nachhaltige Immobilien sind potenziell rentabel, sei es als Mietinvestition oder zur Eigennutzung. Die Wertsteigerung der Immobilie erhöht sich unter anderem durch den geringeren Energieverbrauch. Darüber hinaus werden die Preise auf dem Strom- und Energiemarkt in den kommenden Jahren deutlich anziehen. Die Energieeffizienz stellt somit eine hervorragende Geldanlage dar. Privatpersonen sind mitunter skeptisch in Bezug auf die Rendite von Öko-Immobilienprogrammen.

Allerdings ist der Kapitalertrag bei dieser Art von Gebäuden auf lange Sicht beträchtlich, wenn man die Entwicklung des Immobilienmarktes und der Energieproduktion betrachtet. Nicht zuletzt sind die Gesundheitsrisiken bei nachhaltigen Materialien gering.

Welche Herausforderungen gilt es bei nachhaltigen Immobilien zu bewältigen?

In Zukunft müssen nachhaltige Immobilien auf verschiedene ökologische, gesellschaftliche und energiepolitische Herausforderungen reagieren. Der Klimawandel gehört zu den ersten Herausforderungen, die in diesem Sektor bewältigt werden müssen. So müssen die begonnenen Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz fortgesetzt werden. Die Immobilienbranche wird zudem die angespannte Lage bei den Baumaterialien berücksichtigen müssen.

Andererseits werden Neubauten dem Gebäudeenergiegesetz GEG unterliegen. Um klimabedeutende Ziele zu erreichen, wird Gas auf lange Sicht aus Wohngebäuden verbannt werden. Diese Art der Heizung produziert mehr Schadstoffe und hat eine niedrige Energieeffizienz. Als Alternative empfehlen Experten der Immobilienbranche Solaranlagen oder auch Holzpellets. Überdies trägt eine nachhaltige Finanzwirtschaft bereits zur Förderung erneuerbarer Energien bei. Schließlich muss der Bausektor seine Ressourcennutzung komplett überdenken, um sich an den verantwortungsvollen Ansatz anzupassen. Dieser Ansatz regt dazu an, die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu entwickeln oder auf nachhaltige Materialien umzusteigen. Letztere werden den ökologischen Fußabdruck von Neubauten verringern und Recycling in diesem Bereich fördern.

Grün – Smart – Sparsam: Die gängigsten Aussagen und Irrtümer zu umweltfreundlichen Gebäuden

Nachhaltige Projekte sind nicht unbedingt "smarte" Gebäude

Intelligente Systeme können zwar helfen, die Abläufe im Gebäude zu optimieren, doch ihre Herstellung ist ressourcenintensiv. Außerdem sind sie nicht immer gut konfiguriert oder an die tatsächliche Nutzung angepasst. Trotz der Unterstützung, die die Technik bei der Optimierung des Gebäudemanagements leisten kann, ist der ökologische Übergang vorwiegend ein sozialer und erfordert von den Nutzern, dass sie ihre Auswirkungen auf die Umwelt und ihre Handlungsmöglichkeiten verstehen.

Eine nachhaltige Immobilie ist nicht automatisch ein zertifiziertes Objekt

Eine Umweltzertifizierung für den Bau ist keine ausreichende Garantie für die Energie- und Umweltleistung der Liegenschaft im Betrieb. Ein gut geplantes Haus muss nicht unbedingt gut verwaltet werden.

Zukunftsfähiger Wohnraum kann sich im Laufe der Zeit in seiner Nutzung und Ausstattung weiterentwickeln

Seine Konzeption legt die Nutzung nicht fest. Es ist nicht in bestimmte technische Ausrüstungen eingezwängt und anpassungsfähig gegenüber dem Klimawandel.

Eine umweltfreundliche Bauweise ist ressourcenschonend

Es wird nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft konzipiert und betrieben. Dies schließt den Einsatz von wiederverwendeten Materialien und die Einrichtung lokaler Kreisläufe z. B. für Energie mit ein. Dieser Lowtech Ansatz stützt sich insbesondere auf Einfachheit, Sparsamkeit und Reparierbarkeit. Im Blickpunkt steht dabei das Verantwortungsbewusstsein der Nutzer. Unterschwellig zeichnet sich etwas Neues ab, das für eine nachhaltige Bauweise von entscheidender Bedeutung ist: die Verbindung zur Region.

Bei der Beschaffung werden beim Bau und der Renovierung eines nachhaltigen Wohngebäudes vorwiegend lokale Materialien verwendet. Im Betrieb wird die lokale Beschäftigung unterstützt. Schließlich entspricht eine nachhaltige Immobilie einem Bedürfnis der Region. Dies kann etwa dadurch erreicht werden, dass das Gebäude je nach Tageszeit von verschiedenen Personen genutzt wird oder dass es sich in das Leben des Stadtviertels einfügt, z. B. durch die Nutzung leerer stehender Räume für Vereine.

Foto: pixabay.com

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