Nachhaltigkeit geht auch im Mobilfunk – grüne Anbieter und Handys sind verfügbar

Wer nach nachhaltigen Produkte sucht, hat es vor allem im Bereich der Technik und Telekommunikation als Verbraucher nicht unbedingt leicht, denn in der Regel arbeiten die meisten Anbieter und Hersteller in diesem Marktsegment nicht direkt mit Siegeln und Auszeichnungen um nachhaltige Produkte besonders hervorzuheben.

Normalerweise suchen viele Verbraucher besonders im Mobilfunk-Bereich ihre Tarife auch vor allem nach den Kosten und dem Netz und die Handys und Smartphones nach Marke und Design aus. Mittlerweile spielen aber auch immer mehr nachhaltige Entscheidungskriterien eine Rolle und auch im Mobilfunk kann man mittlerweile auf Tarife und Geräte setzen, die ressourcenschonend ausgelegt sind und teilweise auch bereits klimaneutral arbeiten. Im Vergleich zu anderen Bereichen ist dies im Mobilfunk aber nicht ganz so einfach und die Auswahl ist auch eher klein. Dennoch kann man mit ein paar Hinweisen bereits vergleichsweise nachhaltige Anbieter und Tarife finden.

Grüne Simkarten als Einstieg in nachhaltigere Tarife

Wer nachhaltige Angebote sucht, kann direkt bei den Simkarten anfangen. Diese werden genutzt um die Tarifdaten in den Handys zu hinterlegen. Simkarten selbst sind natürlich ein eher kleiner Bestandteil im Mobilfunk-Ökosysten, aber wenn man sich vor Augen hält, dass es mittlerweile mehr als 140 Millionen aktiver Sim Karten gibt, macht eine kleine Änderung in diesem Bereich dann doch eine Menge aus.

Mittlerweile haben die meisten Anbieter die Kartengrößen deutlich reduziert und auch die Blister für die Karten kleiner gemacht. Erste Anbieter setzen dazu auf neue Materialien und nicht mehr auf Plastik.

Vodafone schreibt selbst beispielsweise zur neuen eco-Sim:
Noch besser als recycelter Kunststoff ist kein Kunststoff. Aus diesem Grund hat Vodafone bereits 2018 die eSIM-Karte eingeführt. Eine eSIM ist ein kleiner Chip, der fest im Gerät verbaut ist und komplett ohne Kunststoff auskommt. Inzwischen sind circa 30 Prozent der Mobiltelefone, Tablets, Smartwatches & Co. eSIM-kompatibel – Tendenz steigend. Mit wachsender Anzahl kompatibler Geräte entscheiden sich immer mehr Kunden für die plastikfreie Alternative. Bis alle Geräte umgestellt sind, leistet die Eco-SIM einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.

Viele Anbieter haben mittlerweile auch eSIM – dann braucht man gar keine physische Sim Karte mehr, sondern lädt die Tarife einfach auf den eingebauten eSIM Chip – ganz ohne Ressourcenverbrauch.

Grüne Netze für grüne Tarife und Flat

Im Bereich der Nutzung ist Nachhaltigkeit allerdings schwieriger, denn bisher gibt es noch keine Netzbetreiber, der eine wirklich nachhaltiges und CO2 neutrales Handy-Netz anbietet. Teilweise werden die Netze bereits mit Ökostrom betrieben, die CO2 neutrale Nutzung soll aber frühestens ab 2025 möglich sein. Damit haben auch Drittanbieter kaum die Möglichkeit, grüne Allnet Flat und Mobilfunk-Tarife anzubieten.

Einige kleinere Discounter setzen allerdings auf einen CO2 Ausgleich, um dennoch nachhaltiges telefonieren, SMS schreiben und surfen anbieten zu können. In dem Fall wird dann der CO2 Abdruck des jeweiligen Netzes berechnet und der Verbrauch der eigenen Kunden über CO2 Kompensationen wieder ausgeglichen. So nutzt WEtell als Partner carbonfuture und kompensiert damit den CO2 Verbrauch, der von den eigenen Kunden und deren Handytarifen verursacht wird.

Im Vergleich mit anderen Handy Flatrates auf dem Markt ist dies dann natürlich etwas teurer und so findet man bei WeTell auch nicht unbedingt die billigsten Tarife auf dem Markt. Es ist also derzeit noch etwas teurer, wenn man nach grünem Mobilfunk sucht.

Nachhaltige Handys und Smartphones

Bei den Handys und Smartpones gibt es auch vergleichsweise wenige Anbieter, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund rücken. Apple ist hier ein Vorreiter, aber auch das Unternehmen will beispielsweise die CO2 Neutralität erst 2030 erreichen.

Bereits 2030 schrieb das Unternehmen zu den eigenen Zielen:
Apple hat heute seinen Plan vorgestellt, bis 2030 über alle Tätigkeitsbereiche des Unternehmens, die Zuliefererkette und den Produktlebenszyklus hinweg klimaneutral zu werden. Das Unternehmen ist bereits heute beim laufenden Betrieb seiner weltweiten Standorte klimaneutral und diese neue Verpflichtung bedeutet, dass bis 2030 jedes verkaufte Apple-Gerät keinerlei Auswirkungen auf das Klima haben wird.

In einer Zeit, in der die gesamte Industrie versucht, die Auswirkungen auf den Klimawandel zu reduzieren, stellt Apple Details zu seinem Ansatz zur Klimaneutralität mit einer Roadmap für andere Unternehmen zur Verfügung. Im heute veröffentlichten Fortschrittsbericht zum Umweltschutz 2020 erläutert Apple seine Pläne, die Emissionen bis 2030 um 75 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig innovative Lösungen zur Beseitigung von CO₂-Emissionen für die verbleibenden 25 Prozent der CO₂-Bilanz zu entwickeln.

Verbraucher, die bei Handys und Smartphones nachhaltig einkaufen möchten, haben daher wenig Auswahl. Ein kleinerer Anbieter, der einen besonders transparenten und ressourcen-schonenden Ansatz nutzt, ist Fairphone. Das Unternehmen produziert bereits seit mehreren Jahren nachhaltige Smartphones und hat dabei mit jeder Generation weitere Ziele im Punkte Ressoucenschonung und faire Produktion umgesetzt. Mittlerweile gibt es das Fairphone 4 und die Geräte sind mittlerweile Elektromüll-neutral. Für jedes Fairphone 4 wird daher ein altes Smartphone recycelt und damit wieder in den Ressourcenkreislauf zurückgebracht. Darüber hinaus kann man die Geräte auch sehr einfach reparieren. Ein Schaden am Fairphone 4 zieht daher in der Regel keine teure Reparatur nach sich, sondern lässt sich einfach beheben. Im Gegensatz zu vielen anderen Phones auf dem Markt (und beispielsweise auch im Gegensatz zum iPhone) lohnt sich daher eine Reparatur in der Regel mehr als der Kauf eines neuen Gerätes.

Foto: pixabay.com

Noch keine Bewertung.

Bitte bewerten Sie diesen Beitrag

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte einen Kommentar verfassen.
Bitte hier den Namen eingeben.