Zigaretten selbst drehen oder stopfen - lohnt das?

Es waren in den 1970er Jahren die Western und Krimis aus Hollywood, die das Drehen von Zigaretten in Europa populär und geradezu zum Trend machten. Berühmte Schauspieler wie Clint Eastwood drehten seinerzeit ihre filterlosen Zigaretten mit einer Hand und entzündeten dies anschließend mit einem Streichholz, welches am Sattel oder an den Stiefeln entflammt wurde. Oder der Leinwandheld ließ eine Hand in der Tasche verschwinden, nur um beim Hervorholen eine bereits fertig gedrehte Zigarette in der Hand zu halten. Diese musste zum Verkleben nur noch mit den Lippen angefeuchtet werden, was damals als ungemein sexy galt. Von derartigen Vorbildern unterstützt, wurde das Zigarettendrehen zum Trend, zur Mode, insbesondere bei jüngeren Rauchern unter 40 Jahren. Zudem sparte dieser Raucher-Chic reichlich Geld, denn das Zigarettendrehen ist seit jeher deutlich preiswerter, als die Schachtel aus dem Automaten oder dem Tabakgeschäft. 

Zigaretten stopfen oder drehen?

Der Unterschied beim Zigaretten selber machen liegt im Tabak und in der Herstellungsweise. Ob Stopfen oder Drehen, ist jedem Raucher selbst überlassen, je nachdem, welche Vorteile dieser Herstellungsweisen bevorzugt werden. 

Zigaretten mit der Stopfmaschine und Volumentabak herstellen

Wer Zigaretten bevorzugt, die aussehen wie aus der Packung, der greift zu einem Volumentabak, Zigarettenhülsen und einer der handlichen Maschinen, wie sie im stopfmaschineshop.com angeboten werden. Mit diesen Geräten lässt sich der Tabakkonsum zudem bedingt dosieren. Je mehr Tabak in eine Zigarettenhülse gestopft wird, desto stärker wird die Zigarette und desto länger brennt sie. Wird sehr wenig Tabak in die Stopfmaschine eingefüllt, kann eine solche Zigarette bereits nach drei oder vier Zügen aufgebraucht sein. Der dazu verwendete Volumentabak ist in kleine Stücke geschnitten, relativ trocken und brennt deshalb recht schnell vollständig ab. 

Zigaretten drehen per Hand oder mit der Drehmaschine

Zigaretten als DIY können gedreht, oder gestopft werden. Wer sich für das Drehen entscheidet, der benötigt dazu einen Feinschnitttabak. Dieser ist wie der Name bereits andeutet, in besonders dünne und zudem sehr lange Streifen geschnitten, die sich miteinander verbinden, ähnlich wie bei Watte. Zudem wird einem Feinschnitttabak Feuchtigkeit zugegeben, sodass dieser nur wenig bröselt. 

Profis in Sachen Zigaretten selber drehen, aromatisieren ihren Tabak zudem. Da wird eine Schale vom frischen Apfel oder von der Orange in das Tabakpaket gegeben, was tatsächlich Duft und Geschmack verändert. Ist ein Feinschnitttabak angetrocknet, hat seine optimale Feuchtigkeit verloren, kann mit einem feinen Sprühnebel nachgeholfen werden. Beliebt sind Mischungen aus Wasser und Honig, Leder oder intensiv duftenden Hölzern, was die Tabakmischung fast zum wohlriechenden Pfeifentabak macht. Eine individuell abgemessene Portion Feinschnitttabak wird in ein Zigarettenpapier gelegt, welches zwischen den Fingern zu einer Rolle gedreht wird. Zudem ist es möglich, einen kleinen Filter in die selbst gedrehte Zigarette einzubauen. Dazu ist ein wenig handwerkliches Geschick und Geduld notwendig. Diese Prozedur ist bei Kälte oder in strömendem Regen nur unter Schwierigkeiten ausführbar. Deshalb haben die meisten Dreher zusätzlich immer eine Drehmaschine dabei, die zudem als Aufbewahrungsbehälter für den Tabak und das Zigarettenpapier dient. 

Nur echte Könner rauchen eine gedrehte Zigarette mit Filter, denn dessen Einbau erfordert doch reichlich Fingerspitzengefühl. Unbedingter Vorteil der selbst gedrehten Glimmstängel ist, dass sich der Tabak recht einfach individuell aromatisieren lässt. Wer dies mit Volumentabak versucht, wird meist enttäuscht. Durch die zusätzliche Feuchtigkeit reißt zumeist das Papier der Zigarettenhülsen beim Stopfen. Außerdem kann der Tabakkonsum recht präzise dosiert werden. Selbst eine sehr dünn gedrehte Zigarette brennt lange und gleichmäßig ab, genau wie eine mit reichlich Tabakfüllung. Allerdings darf diese Art der Zigarette nicht zu fest gedreht werden. Durch die im Feinschnitttabak enthaltene Feuchtigkeit kann keine Luft mehr durch die Zigarette strömen, ist diese zu fest gedreht. 

Ersparnisse beim selber Drehen oder Stopfen von Zigaretten

Abhängig davon, welche Zigarettenmarke ein Raucher bevorzugt hat, für welchen Tabak und für welche Herstellungsweise er sich beim DIY entscheidet, sind die Einsparungsmöglichkeiten erheblich. Mindestens die Hälfte der Kosten fällt weg, wird selbst gedreht oder gestopft. Es können aber auch bis zu 70 % sein. 

Ein gewöhnliches Päckchen mit Volumentabak enthält in der Regel 100 Gramm. Um diese Menge zu verarbeiten, sind je nach Dosierung etwa 200 Zigarettenhülsen notwendig. 100 Gramm Tabak kosten um 15 Euro, während 200 Zigarettenhülsen mit rund einem Euro zu Buche schlagen. Gestopft kostet also eine Stange Zigaretten mit 200 Stück gerade einmal um 16 Euro.

Foto: pixabay.com

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