Valentinstag

Bald ist es wieder so weit: Der Valentinstag am 14. Februar lässt die Herzen verliebter Paare höherschlagen, den ein oder anderen auf der Suche nach einem passenden Geschenk verzweifeln und so manchen Single einsam zurück.

Für viele Menschen ist der Valentinstag nur noch ein reiner Konsumtag, ein Feiertag im wahrsten Sinne für Floristen und Pralinenhersteller und manche lassen ihn aufgrund dieser Umdeutung gleich komplett ausfallen. Doch, was steckt eigentlich hinter diesem besonderen Tag? Nachfolgend möchte ich der Geschichte des Valentinstags etwas auf den Grund gehen, denn sie hat mehr zu bieten, als man zunächst annimmt.

Für alle, die, bis zum Ende lesen, gibt es als kleinen Bonus noch Tipps für passende Geschenke zum Valentinstag für den/die Liebste/n.

Geschichte und Theorien

Bekannt ist der Valentinstag als Tag der Liebenden am 14. Februar fast allen, die Geschichte hinter dem berühmten Datum ist jedoch nicht ganz eindeutig. Es kursieren mehrere interessante Theorien mit unterschiedlichen Variationen:

1)
Wir haben diesen Tag Hollywood zu verdanken – genauer gesagt Rudolfo Valentino, einem Star der Stummfilmgeneration, der am 14.2. Blumen seiner Fans erhielt. Allerdings muss man dazu anmerken, dass die Valentinstradition und damit verbundene Blumengeschenke in den USA zu dieser Zeit bereits sehr verbreitet war.

2)
Der Valentinstag geht vermutlich eher auf den Festtag des römischen Gottes Lupercus zurück. An diesem Tag wurden junge Leute mittels einer Art Liebeslotterie einander zugeteilt. Der Bischof von Terni, auch bekannt als der heilige Valentin, nahm eine wichtige Rolle ein – denn die jungen Leute wollten nun selbst wählen, wen sie heiraten.

Valentin traute die Liebenden daraufhin heimlich und schenkte ihnen Blumen aus seinem Garten. Kaiser Claudius war mit dieser neuen Praxis jedoch nicht einverstanden, denn treu liebende Ehemänner waren nicht als junge Soldaten geeignet, weshalb er Bischof Valentin am 14.2.269 hinrichten ließ. Vor seiner Enthauptung schrieb der inhaftierte Bischof Valentin der Tochter des Gefängniswärters noch einen Liebesbrief.

Andere Quellen sprechen diese Geschichte übrigens Valentin von Rom zu. Manche nehmen auch an, dass Valentin von Rom und jener von Terni ein und dieselbe Person waren. Nach einer anderen Erzählung verhalf „Valentin“ jungen Paaren zur Flucht und traute sie gegen den Willen ihrer Eltern. Außerdem heilte er die blinde Tochter seines Richters, der daraufhin zum Christentum übertrat und mit seiner ganzen Familie den Märtyrertod starb. Auch dieser Valentin wurde ermordet – und vermutlich seit dem Jahr 350 verehrt.

Was jedenfalls sicher ist: Es gab mehrere Märtyrer mit Namen Valentin(us) und mehrere frühchristliche Heilige mit diesem Namen. Wobei vermutlich, wie häufig, die Vitae von mehreren Heiligen vermischt wurden. Der „heilige Valentin“ hat also möglicherweise so gar nie wirklich existiert. „Er“ gilt jedoch heute als Schutzpatron der Liebenden. Früher wurde er bei diversen Krankheiten, etwa Epilepsie, zu Hilfe gerufen.

Der 14. Februar jedenfalls ging als Tag der Liebenden in die Geschichte ein und 469 wurde dieser Gedenktag von Papst Gelasius I für die ganze Kirche eingeführt. 1969 wurde er aber vom römischen Kalender gestrichen. Der Valentinstag ist heute ein Festtag der anglikanischen und lutherischen Kirche. Auch orthodoxe Kirchen feiern den Festtag des heiligen Valentinus – allerdings an einem anderen Tag, etwa dem 6. Juli (Valentin von Rom) oder am 30. Juli (Valentin von Terni). Die römisch-katholische Kirche kennt zusätzlich noch Valentin von Rätien (7. Januar).

3)
Gedenken an die Göttin Juno mit Schmuck ihrer Altäre mittels Blumen und Beschenken der Frauen der Familie. Juno gilt als römischen Göttin für Ehe und Familie. Ihr verdanken wir höchstwahrscheinlich das Ritual des Blumenschenkens an diesem Tag.

4)
Der heutige 14. Februar fiel im Julianischen Kalender auf den 23. Februar. Dieser Tag markiert den Beginn der Paarungszeit der Vögel – und somit eine Art Frühlingsbeginn, worauf sich verschiedene mittelalterliche und spätere Texte beziehen.

Brauchtum

Heute kennt man den Valentinstag als Tag der Liebenden, der durch die Industrie heftig beworben wird. Es werden gerne Süßwaren, Parfums, Schmuck, Grußkarten und Blumen verschenkt. Es ist neben dem Muttertag der umsatzstärkste Tag der Floristen und somit ein starker Wirtschaftsfaktor. Der Umsatz ist bis zu zehnmal so hoch wie an normalen Tagen.

Die ersten Valentinsbräuche sind aus Frankreich, im 14. Jahrhundert, überliefert. Seit rund 500 Jahren wählt man sich in Schottland seine/n „Valentin/e“ am Valentinstag. Bereits im 15. Jahrhundert schenkten sich englische – teilweise durch Lose zugeordnete –  Paare zu diesem Anlass bereits Blumen oder Süßigkeiten. Dieser Brauch scheint auf ein Gedicht von Geoffrey Chaucer (1382: Parlement of Foules bzw. dt.: Parlament der Vögel) zurückzugehen – wonach sich die Vögel an diesem Tag zu Paaren zusammenschließen (= Beginn der Paarungszeit). Durch Auswanderer kam der Brauch dann zunächst in die USA, wo er ebenfalls heute weitverbreitet ist und durch den 2. Weltkrieg kam er wiederum nach Deutschland und Österreich.

1950 fand der erste Valentinsball in Nürnberg statt. Durch die Werbeindustrie wurde der Valentinstag dann in den Wirtschaftswunderjahren großflächig bekannt und bis heute erinnert uns die Werbung verlässlich an diesen Tag.

Geschenktipps

Im Schnitt wird in Deutschland zum Valentinstag um rund 50 Euro geschenkt. Es gibt Geschenkmöglichkeiten en masse – für kleinere und größere Budgets – und eine Entscheidung wird immer schwieriger. Natürlich sollte der Konsum nicht im Vordergrund stehen, sondern die Botschaft der Liebe und Wertschätzung gegenüber dem Partner oder der Partnerin. Wer hier noch planlos ist, soll nachfolgend eine kleine Hilfestellung zur Ideenfindung erhalten.

Zunächst sollten hier natürlich die typischen Klassiker genannt sein, denn so manche(r) ist – wohl aufgrund der übertriebenen Werbemaßnahmen – fast schon enttäuscht, wenn nicht zumindest ein Klassiker geschenkt wird:

Blumen

Für die Liebste kann man mit roten Rosen nichts falsch machen – mit andere Blumen doch einiges. Beachten Sie unbedingt die „Sprache der Blumen“ – die Bedeutung der Gattungen und Farben.

Pralinen

Bitte bedenken Sie, ob die/der Liebste diese überhaupt mag. Hochwertige, handgefertigte Pralinen, etwa aus der Konditorei, vermitteln Wertigkeit und Geschmack und sind eine besondere, nicht alltägliche, Süßigkeit.

Schmuck

Schöne Ketten oder Ringe gehen immer – sofern die Partnerin Schmuck trägt. Man sollte auch hier auf den persönlichen Geschmack der Beschenkten eingehen. Sehr beliebt sind Ringe mit Gravur oder Pärchen Ketten/Anhänger usw., bei denen jeder einen Teil trägt und es erst beide Schmuckstücke gemeinsam ein vollständiges Bild ergeben.

Parfum

Hier sollte man die Lieblingsmarke der/des Liebsten kennen oder ihren/seinen Geschmack gut einschätzen können und nicht ein 0815 Billigparfum nehmen, nur um etwas zu schenken – das könnte nach hinten losgehen.

Wer es nicht ganz so klassisch vorhersehbar möchte, kann folgende Geschenke probieren. Man kann aber natürlich die Klassiker auch damit erweitern und ergänzen:

Romantisches Candle-Light-Dinner

Wie wäre es im Lieblingsrestaurant oder zu Hause (bestellt oder selbst gekocht)?. Natürlich eignet sich auch der Besuch eines besonderen Restaurants, in das man sonst im Alltag nicht geht oder etwa ein exquiaites Menü mit Weinbegleitung auszuprobieren.

Thermenausflug mit Pärchenmassage oder Private Whirlpool

Kino / Theater / Konzert

Ein gemeinsames Bad mit Kerzenlicht und Sekt mit anschließender Massage

Wer partout am 14.2. keine Zeit für abendfüllende Zweisamkeit hat, kann diese auch vertagen und Gutscheine für die genannten Aktivitäten (vielleicht mit einer romantischen Grußkarte und Blumen kombiniert?) verschenken.

Weitere Geschenkmöglichkeiten, die allerdings schon deutlich zuvor gekauft oder angefertigt werden müssen sind:

Liebesschloss

Diese Tradition wird immer beliebter. Paare ritzen ihre Namen, Initialen und/oder Jahres- respektive Hochzeitstag in ein Vorhängeschloss (oder lassen dies gravieren) und bringen dieses an dafür geeigneten Orten an – oft auf Brückengeländern. Dann wird das Schloss gemeinsam verschlossen und der Schlüssel weggeworfen, denn so soll die Liebe ewig halten.

Fotogeschenke

Der/ die Liebste freut sich sicherlich über ein Foto vom Partner/der Partnerin oder auch ein schönes (!) gemeinsames Foto. Entweder in einem romantischen, stilvollen Rahmen oder auf einer Tasse oder anderen Accessoires wie Polster, Schlüsselanhänger usw.

Weitere individualisierte Geschenke

Das sind beispielsweise Gläser mit Namensgravur (und z. B. das Datum des Jahrestags oder beide Initialen), Pralinen mit dem Pärchenfoto als essbarer Aufdruck, eine Torte mit Foto/Datum, personalisierte M&Ms usw.

Selbstgebackene Mehlspeisen wie Kuchen oder Torten

Gerne auch in Herzform oder mit romantischer Deko. Investierte Zeit zeugt von Wichtigkeit und vor allem Personen, die sonst wenig Zeit in der Küche verbringen, zeigen so ihre Liebe und besondere Wertschätzung.

Liebesbrief

Dieses Geschenk ist individuell und etwas ganz Besonderes, an das so schnell kein anderes Geschenk herankommt. Schreiben Sie Ihrer/Ihrem Liebsten einen Liebesbrief, in dem Sie schildern, welche Eigenschaften Sie besonders schätzen und was sie an der anderen Person lieben. Auch ein Gedicht macht sich gut. Am besten verfassen Sie den Liebesbrief ganz Old School per Hand auf schönem Papier. In einem Kuvert verpackt, mit einem Strauß roter Rosen oder einer einzelnen langstieligen roten Rose garniert, wird Ihr Geschenk schwer zu toppen sein.

Kurzurlaub

Vielleicht nach Paris in die Stadt der Liebe? Es bietet sich hierzu ein Gutschein und dazu ein Strauß Rosen an – einerseits besonders kitschig, aber andererseits auch unglaublich romantisch. Wer gleich Nägel mit Köpfen machen will, nutzt direkt die Chance für den Heiratsantrag unter dem Eiffelturm.

Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann sich mit dem/der Partner/in auch ein paar Tage Auszeit in einem schönen Hotel in der Nähe nehmen oder sattelt um auf ein romantisches Picknick im Park oder im Wohnzimmer – je nach Wettersituation.

Tipp:

Vergessen Sie bei all den Ideen nicht: Hauptsache ist es, eine schöne Zeit zu zweit zu verbringen – denn worum es gehen sollte, ist die Liebe zu seinen Liebsten und diese zu zelebrieren – nicht um die Anhäufung von Geschenken.

Foto: Ylanite Koppens auf Pixabay (ID 2218222)

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