Hedgefonds - einfach und verstaendlich erklärt

Hedgefonds besitzen bei vielen Laien ein negatives Image. Die besondere Variante von Investmentfonds gilt als hoch spekulativ, risikoreich und intransparent. Einige Politiker machen Hedgefonds deshalb mitverantwortlich für die Euro-Krise. Der folgende Ratgeber informiert darüber, was Hedgefonds sind, wie Investitionen funktionieren und ob sie tatsächlich einen derartig großen Einfluss auf den weltweiten Finanzmarkt haben.

Definition Hedgefonds

Der Begriff Hedgefonds wird für alternative Formen der Geldanlage verwendet. Übersetzt in die deutsche Sprache bedeutet „to hedge“ absichern. Diese Anlageform ist deshalb alternativ, weil sie nicht wie zum Beispiel wie Anleihen oder Aktien an der Börse gehandelt werden. Hedgefonds sind nur für bestimmte Personenkreisen und Investoren offen. Ein Grund ist, dass die Mindesteinlagesumme auf einen Betrag von 500.000 Euro oder höher festgelegt ist. Viele Menschen nennen Hedgefonds deshalb „Investmentfonds für Superreiche“.

Ursprung von Hedgefonds

Grundsätzlich wurden Hedgefonds für institutionelle Anleger und nicht für private Investoren konzipiert. Ursprünglich wurden diese Fonds verwendet, um beispielsweise Investitionen in Aktien gegen Verluste durch eine negative Kursentwicklung abzusichern (to hedge). Heute werden diese Fonds überwiegend für Spekulationen an der Börse verwendet.

Funktionsweise von Hedgefonds

Diese Fonds werden grundsätzlich von mindestens einem Fondsmanager verwaltet. Die Aufgabe von einem Fondsmanager ist das Analysieren der Kurse von Anleihen und/oder Aktien. Anhand der Analyseergebnisse und den Einsatz von finanzmathematischen Methoden entwickelt der Fondsmanager Anlagestrategien. Anschließend stellt der Hedgefonds-Manager umfangreiche Portfolios mit Optionen und Aktien zusammen.

Bei den meisten Transaktionen handelt es sich um Leerverkäufe. Darunter ist zu verstehen, dass Hedgefonds im großen Rahmen Aktien handeln können, die sich nicht in ihrem Besitz befinden. Je nachdem, welche Strategie ausgewählt wurde, setzen Hedgefonds auf fallende oder steigende Kurse. Der Aktienverkauf erfolgt zum vorab festgelegten Termin.

Bei Hedgefonds sind die Anlageklassen nicht beschränkt. Das Anlageportfolio kann deshalb aus Währungsoptionen, Edelmetallspekulationen, Rohstoffinvestitionen und sonstigen Derivaten bestehen.

Für den Aktien- und Wertpapierkauf nutzen Hedgefonds entweder Fremdkapital oder leihen sich Aktien und sonstige Wertpapiere von Anlegern.



Für welche Zielgruppe Anleger eignen sich Hedgefonds?

Aufgrund der enorm hohen Mindestanlagesumme und des hohen Risikos sind Hedgefonds für private Anleger ungeeignet. Das Anlagerisiko ist dermaßen hoch, dass es sogar über einen Totalverlust hinausreichen kann. Deshalb sollten nur Großanleger und institutionelle Investoren Geld in Hedgefonds anlegen.

Sondervariante von Hedgefonds

Hedgedachfonds ist eine abgeschwächte, spezifische Variante von klassischen Hedgefonds. Diese Fonds sind aus mehreren Hedgefonds zusammengesetzt. Durch die Streuung des Risikos (Diversifikation) auf verschiedene Anlageformen und Anlagestrategien lässt sich das Verlustrisiko minimieren.

Investoren, die Kapital in einem Hedgedachfonds anlegen, müssen höhere Gebühren einkalkulieren. Sie müssen sowohl an den Manager vom ausgewählten Hedgedachfonds und an die Manager der einzelnen Hedgefonds bezahlt werden.

Unterschiede zwischen Hedgefonds und Investmentfonds

Unterschiede zwischen Hedgefonds und Investmentfonds

Beide Varianten Fonds werden von einem externen Manager verwaltet. Vom Fondsmanager werden Wertpapierportfolios zusammengestellt, die nach Erfahrung des Managers oder seinen Berechnungen die höchste Rendite versprechen. Anteile der Fonds werden von Investoren gekauft. Die Anteilskäufer sind an Gewinnen aber auch an Verlusten beteiligt.

Vergleich zwischen den beiden Anlagefonds

Investmentfonds

– Einsatz von Derivaten ist nicht gestattet
– systematisches Risiko
– Erfolg der Kapitalanlage hängt von der Markt-Gesamtentwicklung ab
– keine Verkäufe möglich
– Kapitalanlage unterliegt einer starken Regulierung

Hedgefonds

– Nahezu unbegrenzter Einsatz von Derivaten ist gestattet
– Risiko ist nicht systematisch
– Erfolg hängt von der Erfahrung und Glück des Fondsmanagers ab
– Leerverkäufe sind erlaubt
– nahezu keine Anlagebeschränkungen

Strategien von Hedgefonds

– globale-Marcro-Startegie
– systematische Trend-Follower-Strategie
– Event-Driven (Ereignis)-Strategie
– Arbitrage-Geschäfte
– Long-Short-Strategie

Risiko & Rendite von Hedgefonds

Das größte Risiko bei Investitionen in einen Hedgefonds ist, dass Gewinn oder Verlust von den Berechnungsmodellen und der Strategie des Fondsmanagers abhängig sind. Deshalb ist häufig die Rede davon, dass der Investor eine Wette abschließt. Die Chance, hohe Renditen zu erzielen ist häufig mit einem unkalkulierbaren Risiko verknüpft. Jede Investition in einem Hedgefonds ist mit dem hohen Risiko eines Totalverlustes verbunden

Um dieses unkalkulierbare, hohe Risiko zu minimieren, ist es privaten Anleger nur erlaubt, in Dachhedgefonds zu investieren. Diese sind aus 6 bis 20 unterschiedlichen Hedgefonds zusammengesetzt. Die mögliche erzielbare Rendite variiert zwischen 3 und 6 Prozent.

Eine Investition in einen Hedgefonds ist im Prinzip nur über einen Fondsmanager möglich. Zudem gibt es die Alternative, Aktien von an der Börse notierten Hedgefonds zu kaufen, um an den Gewinnen dieser Fonds mitzuverdienen.

Kosten, die bei der Anlage in Hedgefonds entstehen

– Depotgebühren
– Verwaltungskosten
– Hedgefonds-Manager- Gebühren

Zahlen und Fakten zum Hedgefond-Markt

  • Seit der Finanzkrise 2008 ist die Anzahl Hedgefonds weltweit rückläufig.
  • Nahezu 3 Billionen US-Dollar sind in Hedgefonds angelegt.
  • Mehrheitlich werden Hedgefonds in den USA aufgelegt. Die Vereinigten Staaten sind der größte Markt dieser Fonds. Das Volumen des größten Hedgefonds besitzt ein Volumen von 160 Milliarden US-Dollar.

Regulierung innerhalb der EU

  • Als Folge der Finanzkrise 2008 werden Hedgefonds innerhalb der EU seit dem Jahr 2010 reguliert.
  • Hedgefonds-Manager müssen seit dem Jahr 2013 eine EU-weit gültige Lizenz besitzen.
  • Allgemeine Regelungen wurden bis zum Jahr 2018 durch nationale Bestimmungen ersetzt.
  • Manager von Hedgefonds müssen zudem eine Mindestsumme Eigenkapital nachweisen. Es muss zudem der Nachweis erbracht werden, dass angelegtes Kapital sicher bei einer Depotbank aufbewahrt wird.

Fotos: pixabay.com

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