Vorsicht vor Fakes in Datingportalen und Partnerbörsen

Die Welt ist kleiner geworden und man lernt den Partner für das Leben nicht mehr unbedingt beim Bäcker nebenan kennen. Vielmehr ist das Online-Dating schon lange einer der erfolgreichsten Wege, um neue Menschen von überall her kennenzulernen.

Zahlreiche Partnerschaften haben sich so schnell entwickel. Was sich toll anhört, ist manchmal nicht so gut, wie man glaubt. Eine der größten Fallen für Verbraucher jeden Geschlechts beim Dating im Internet sind Betrüger, die es auf die Ersparnisse ihres Chat-Partners abgesehen haben.

Zahllose Fake Profile im Internet sind von diesen schamlosen Betrügern online gestellt worden mit nur einem Ziel: andere User um deren Geld zu bringen. Diese moderne Art des Liebesschwindels heißt Romance Scamming, was so viel wie romantisches Betrügen bedeutet. Besonders erfolgreich sind die Betrüger bei Menschen in der Altersklasse 50plus.

Weil immer mehr Täter wie Pilze aus der Erde schießen, hat die Detektei A Plus das Warnportal Romantikbetrug.com online gestellt, dass sich an Verbraucher aller Art richtet. Es hat den Zweck, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass Liebe und Geld nichts miteinander zu tun haben sollten.

Wie funktioniert der Dating-Betrug?

Aus Sicht des Warnportals lauern überall dort Gefahren, wo sich Menschen über das Internet virtuell begegnen können. Das können Partnerbörsen sein aber auch ganz normale Webseiten wir Chatrooms, Kleinanzeigen und jede Art von Seite, bei der jemand mit einem anderen in Kontakt treten kann.

Das Vorgehen der Täter variiert von Betrug zu Betrug, aber es gibt ein bestimmtes Schema, das immer wieder zum Einsatz kommt.

Beim Romance Scamming erstellen die Betrüger, die in der Regel in Afrika sitzen, zunächst ein Profil. Bleiben wir bei dem Beispiel der Partnerbörse. In dem Fall setzen sie ein Profil online, das eine Person zeigt, die einen anderen Menschen für eine Freundschaft, Partnerschaft oder gar Heirat sucht.

Die Fotos innerhalb dieses Profils stammen oft aus dem Internet und zeigen wildfremde Menschen die nichts davon wissen, dass ihre Bilder für Betrügereien verwendet werden. Der Name ist stets erfunden und die Vita ausgedacht.

Ist das Profil dann online, suchen die Täter nach einem passenden Opfer. Dazu schreiben sie viele User wahllos an, von denen sie glauben, dass sie in die Masche passen. Um selber interessant zu wirken, geben sich die Betrüger einen besonderen Beruf. Das sind dann zum Beispiel

  • Soldaten
  • Militärärzte
  • Unternehmer
  • Ingenieure

Oft geben die Täter vor, sie seien aus einem fernen Land, würden aber planen, nach Deutschland zu ziehen. Das Land sei sauber und sicher und jetzt fehle nur noch der Partner für das Altwerden.
Geht nun die angeschriebene Person auf diese Anmache ein, bearbeitet der Betrüger sie in der Folge ununterbrochen mit immer neuen Nachrichten. Ist der Betrüger männlich, gibt er sich weltoffen, charmant, schreibt was Frauen hören wollen und interessiert sich für alles das, was die Frau macht. Dabei hat er nur ein Ziel vor Augen: Sein Opfer von sich zu überzeugen und schnell emotional abhängig zu machen.

Romance Scamming

Frauen sind besonders Zielscheibe der Internetbetrüger

Diese Form des Betruges kann jeden treffen, egal welches Geschlecht die Person hat. Allerdings zeigt die Praxis, dass gerade das weibliche Geschlecht besonders im Fokus der Täter stehen. Das mag damit zusammenhängen, dass Frauen als hilfsbereiter gelten, wenn man sie um einen Gefallen bittet.

Der Betrüger integriert sich durch fortwährende Nachrichten schnell in das Leben der Frau. Seine Nachrichten und er sind bald fest in den Lebensablauf eingebunden. Sie sehnt sich nach neuen Mitteilungen und bindet sich emotional an den Unbekannten aus dem Internet. Nach einiger Zeit entsteht eine Art Abhängigkeitsverhältnis.

Schon schnell erklärt der Täter seinem Opfer, dass er sich unsterblich in sie verliebt hat und mit ihr eine gemeinsame Zukunft plant. Und schon hat er das Herz der Frau in Gänze erobert. Und dann fängt der eigentliche Betrug mit dem bitteren Ende an.

Es kommt die Frage nach Geld

Die Frau hat inzwischen eine emotionale Verbundenheit aufgebaut und träumt tatsächlich von der gemeinsamen Zukunft. Das macht es leicht für ihn, sie in eine Falle zu locken. Es ist noch nie zu einem Treffen im realen Leben gekommen, weil er ja irgendwo im Ausland ist, aber die innere Verbundenheit ist schon da. Gerade wenn es besonders schön ist, gerät er irgendwie in Schwierigkeiten. Er denkt sich in diesem Augenblick eine Geschichte aus, warum er finanzielle Unterstützung braucht.

Dafür gibt es Hunderte von Begründungen. Diese hier alle auflisten zu wollen, ist nicht möglich. Darum lesen Sie hier die Vorwände, die die Täter am häufigsten verwenden, um zum Ziel zu kommen.

1. Weil er bald zu ihr kommen will, möchte er ihr jetzt schon per Spedition eine Kiste schicken. Darin sind Geld, Gold, Dokumente, Geschenke und sonst alles mögliche. Stimmt die Frau diesem Ansinnen zu, erhält sie einen Tracking-Code, mit dem sie den Weg der Kiste verfolgen kann. Und dann kommt nach einiger Zeit eine Rechnung der Spedition für Transportkosten, Zoll, Einfuhrdokumente und so weiter. Es muss nicht betont werden, dass es weder die Kiste gibt noch ist die Zollrechnung real. Die Konten, auf die das Geld fließt, sind alle von Mittätern.

2. Er möchte zu ihr kommen, kann aber gerade nicht auf sein Konto zugreifen. Darum bittet er die Frau darum, ihm das Geld für Flug und Reise vorzuschießen. Das sind in der Regel viele Tausende von Euro.

3. Er arbeitet auf einer Bohrinsel. Dort ist es zu einer Explosion gekommen. Jetzt muss er neue Maschinen kaufen, damit er seine Arbeit fortsetzen kann, denn sonst bekommt er kein Geld. Weil sein ganzes Geld in dem Projekt steckt, bittet er darum, dass sie ihm das Geld vorschießt und er es ihr später zurück zahlt.

4. Er möchte Urlaub vom Dienst nehmen, muss dafür aber einen Ersatzmann besorgen. Dieser kostet leider Geld. Das möge die Dame seines Herzens vorstrecken. Er gibt es ihr dann zurück, wenn er bei ihr ist.

5. Seine Kreditkarte ist ihm gestohlen worden. Jetzt hatte er einen Unfall und liegt im Krankenhaus und kann die Krankenhausrechnung nicht bezahlen. Sie solle das bitte übernehmen und er gibt es ihr später zurück.

Doch bedenken Sie: Es gibt unendlich viele Gründe, weshalb er um Geld oder Gutscheinkarten bittet. Die hier genannten sind nur die Spitze des Eisberges.

Schicken Sie nie an Fremde aus dem Internet Geld

Wenn Sie selbst nicht zu Schaden durch das Romance Scamming beim Online-Dating kommen wollen, gibt es einen ganz wichtigen Rat. Lassen Sie sich niemals dazu hinreißen, einer fremden Person, die Sie im Internet kennengelernt haben, diese Dinge zu schicken:

  • Geld
  • iTunes Karten
  • Amazon Geschenkkarten
  • Google Steam Karten
  • oder andere geldwerte Dinge

Machen Sie das, reihen Sie sich in die fast endlose Reihe der Opfer ein. Allein in den USA wurden im Jahr 2020 Schäden durch Romance Scam in Höhe von 304 Millionen Dollar bei den Behörden gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte enorm sein.

Fotos: pixabay.com

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