Die Heizkosten gehören zu den größten laufenden Ausgaben eines Haushalts. Doch nicht nur Energiepreise und Gebäudezustand entscheiden darüber, wie teuer es im Winter wird. Auch kleine Fehler beim Heizen können die Jahresabrechnung deutlich erhöhen. Besonders ärgerlich: Viele davon lassen sich ohne größere Investitionen vermeiden.
Wenn draußen die Temperaturen sinken, drehen Millionen Haushalte ihre Heizungen auf. Dabei entstehen häufig unnötige Kosten – etwa durch dauerhaft gekippte Fenster, falsch eingestellte Thermostate oder Heizkörper, deren Wärme kaum im Raum ankommt.
Das Problem: Die meisten Heizfehler fallen im Alltag überhaupt nicht auf. Die Wohnung wird schließlich warm. Dass dafür mehr Energie als nötig verbraucht wird, zeigt sich oft erst Monate später auf der Heizkostenabrechnung.
Wir zeigen 15 typische Heizfehler, erklären ihre finanziellen Folgen und geben praktische Tipps, mit denen Sie Ihre Heizkosten senken können, ohne im Winter frieren zu müssen.
1. Die Heizung voll aufdrehen, damit es schneller warm wird
Es gehört zu den häufigsten Missverständnissen beim Heizen: Wer nach Hause kommt und eine kalte Wohnung vorfindet, dreht das Thermostat auf Stufe 5. Schließlich soll es möglichst schnell warm werden.
Doch ein gewöhnliches Heizkörperthermostat funktioniert nicht wie ein Gaspedal.
Es regelt vor allem, welche Raumtemperatur erreicht werden soll. Bei einem klassischen Thermostatventil wird ein kalter Raum durch Stufe 5 normalerweise nicht schneller warm als durch Stufe 3.
Typische Orientierungswerte sind:
- Stufe 1: etwa 12 °C
- Stufe 2: etwa 16 °C
- Stufe 3: etwa 20 °C
- Stufe 4: etwa 24 °C
- Stufe 5: etwa 28 °C
Die tatsächlichen Temperaturen können je nach Thermostat und Einbausituation abweichen.
Wer Stufe 5 einstellt und anschließend vergisst, die Heizung zurückzudrehen, riskiert überheizte Räume und unnötige Energiekosten.
Besser: Stellen Sie direkt die gewünschte Temperatur ein. In vielen Wohnräumen sind etwa 20 °C ein sinnvoller Ausgangspunkt.
2. Räume dauerhaft zu stark beheizen
Ein Grad mehr klingt zunächst harmlos. Doch bei der Heizenergie kann dieser Unterschied erheblich sein.
Als Faustregel gilt: Ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch um ungefähr sechs Prozent reduzieren.
Das bedeutet umgekehrt: Wer seine Wohnung regelmäßig stärker beheizt als nötig, bezahlt dafür möglicherweise einen spürbaren Aufpreis.
Ein Beispiel: Ein Haushalt gibt jährlich 1.800 Euro für Heizenergie aus. Eine dauerhafte Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad könnte unter passenden Bedingungen ungefähr 108 Euro jährlich einsparen.
Die tatsächliche Ersparnis hängt unter anderem von Dämmung, Außentemperaturen, Heiztechnik und Nutzungsverhalten ab.
Welche Temperaturen sind sinnvoll?
| Raum | Empfohlene Orientierung |
|---|---|
| Wohnzimmer | 20–21 °C |
| Schlafzimmer | 16–18 °C |
| Küche | 18–20 °C |
| Badezimmer | 21–23 °C bei Nutzung |
| Flur | 16–18 °C |
Diese Werte sind keine starren Vorgaben. Entscheidend sind persönliches Wohlbefinden, Gesundheit und der energetische Zustand der Wohnung.
Wichtig ist außerdem, wenig genutzte Räume nicht so stark auskühlen zu lassen, dass Feuchtigkeit und Schimmel zum Problem werden.
3. Fenster stundenlang auf Kipp stehen lassen
Ein gekipptes Fenster vermittelt das Gefühl, dass ständig frische Luft in die Wohnung gelangt. Tatsächlich ist diese Lüftungsmethode während der Heizperiode häufig besonders ungünstig.
Bei dauerhaft gekippten Fenstern entweicht kontinuierlich warme Raumluft. Gleichzeitig kühlen Fensterlaibungen und angrenzende Bauteile aus.
Das hat zwei mögliche Folgen:
- Die Heizung muss zusätzliche Wärme liefern.
- An kalten Oberflächen kann sich Feuchtigkeit niederschlagen, was Schimmel begünstigt.
Besonders teuer wird es, wenn der Heizkörper direkt unter dem gekippten Fenster arbeitet.
Besser: Stoßlüften statt Dauerlüften. Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich vollständig. Bei niedrigen Außentemperaturen reichen häufig wenige Minuten. Durch Querlüften mit gegenüberliegenden Fenstern erfolgt der Luftaustausch besonders schnell.
Währenddessen sollten Heizkörperthermostate heruntergedreht werden, sofern keine automatische Fenstererkennung vorhanden ist.
4. Heizkörper hinter Möbeln und Vorhängen verstecken
Das Sofa steht direkt vor der Heizung, ein langer Vorhang verdeckt den Heizkörper oder eine dekorative Verkleidung schränkt die Luftzirkulation ein.
Was optisch ansprechend sein mag, kann energetisch nachteilig sein.
Heizkörper geben ihre Wärme durch Strahlung und die Erwärmung der Raumluft ab. Werden sie zugestellt, verteilt sich diese Wärme schlechter.
Besonders problematisch ist es, wenn sich die Wärme direkt am Thermostat staut. Dann kann das Ventil eine höhere Temperatur wahrnehmen, als tatsächlich im Raum herrscht.
Die Folge: Der Raum bleibt möglicherweise unangenehm kühl, obwohl der Heizkörper arbeitet.
Besser: Halten Sie Heizkörper möglichst frei. Große Möbel sollten ausreichend Abstand haben, Vorhänge nicht dauerhaft vor dem Heizkörper hängen.
5. Die Heizung nachts komplett ausschalten
Wer nachts keine Wärme benötigt, könnte auf die Idee kommen, die Heizung vollständig abzuschalten.
Das spart zunächst Energie. Allerdings ist vollständiges Abschalten nicht in jeder Wohnung sinnvoll.
Kühlen Räume und Bauteile stark aus, dauert das Wiederaufheizen länger. Außerdem steigt bei kalten Wandoberflächen das Risiko von Feuchtigkeitsproblemen.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Temperaturabsenkung und vollständigem Auskühlen.
Eine moderate Nachtabsenkung kann in vielen Gebäuden sinnvoll sein. Bei Fußbodenheizungen, Wärmepumpen und gut gedämmten Gebäuden sind dagegen häufig kleinere oder gar keine Absenkungen zweckmäßig.
Besser: Passen Sie die Heizzeiten an Gebäude und Heizsystem an. Vermeiden Sie insbesondere in feuchtegefährdeten Räumen eine zu starke Abkühlung.
6. Unterschiedlich beheizte Räume durch offene Türen verbinden
Das Wohnzimmer ist auf 22 °C beheizt, im Schlafzimmer sind es nur 16 °C. Die Tür zwischen beiden Räumen bleibt jedoch dauerhaft geöffnet.
Die warme, oft feuchtere Luft aus dem Wohnzimmer gelangt dadurch in den kälteren Raum.
Dort kann die relative Luftfeuchtigkeit ansteigen. An kalten Wänden oder Fenstern besteht unter Umständen Kondensationsgefahr.
Gleichzeitig geht Wärme aus dem stärker beheizten Raum verloren.
Besser: Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich temperierten Räumen möglichst geschlossen. Wenig genutzte Zimmer sollten bei Bedarf eigenständig und ausreichend beheizt werden.
7. Heizkörper nicht entlüften
Ein Heizkörper wird oben nicht richtig warm, obwohl das Thermostat aufgedreht ist? Oder aus der Heizung sind gluckernde Geräusche zu hören?
Dann könnte Luft im Heizsystem stecken.
Luft kann die Wärmeverteilung beeinträchtigen und dazu führen, dass einzelne Heizkörper nicht ihre vorgesehene Leistung erreichen.
Allerdings muss nicht jeder teilweise kalte Heizkörper entlüftet werden. Wenn ein Raum bereits die gewünschte Temperatur erreicht hat, kann das Thermostatventil den Durchfluss ganz normal reduzieren.
Besser: Lassen Sie auffällige Heizkörper prüfen und bei Bedarf fachgerecht entlüften. Bei einer eigenen Heizungsanlage muss anschließend gegebenenfalls der Anlagendruck kontrolliert werden.
In Mietwohnungen sollte bei Unsicherheit die Hausverwaltung oder der Vermieter informiert werden.
8. Heizkörperthermostate falsch nutzen
Thermostate werden häufig einmal eingestellt und anschließend kaum noch beachtet.
Dabei kann eine bedarfsgerechte Steuerung helfen, unnötiges Heizen zu vermeiden.
Wer regelmäßig mehrere Stunden außer Haus ist, benötigt während dieser Zeit nicht unbedingt dieselbe Raumtemperatur wie am Abend.
Programmierbare oder smarte Thermostate können die Temperatur automatisch an den Tagesablauf anpassen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes smarte Thermostat automatisch Geld spart. Wenn die Heizung bereits gut geregelt ist oder kaum Absenkpotenzial besteht, kann die zusätzliche Ersparnis gering ausfallen.
Besser: Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Heizzeiten zu Ihrem tatsächlichen Tagesablauf passen. Erst danach lohnt sich die Entscheidung über zusätzliche Technik.
9. Die Heizungsanlage mit zu hoher Vorlauftemperatur betreiben
Dieser Fehler betrifft vor allem Eigentümer mit eigener Heizungsanlage.
Die Vorlauftemperatur bestimmt, wie warm das Heizwasser ist, das zu Heizkörpern oder Fußbodenheizungen gelangt.
Ist sie unnötig hoch eingestellt, kann die Anlage weniger effizient arbeiten.
Besonders relevant ist das bei Wärmepumpen: Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur, desto günstiger sind grundsätzlich die Bedingungen für einen effizienten Betrieb.
Auch Brennwertheizungen profitieren von geeigneten Systemtemperaturen.
Besser: Lassen Sie die Heizkurve und die Vorlauftemperatur überprüfen. Ziel ist eine möglichst niedrige Temperatur, bei der alle Räume auch an kalten Tagen ausreichend warm werden.
Pauschales Herunterregeln ohne Kenntnis des Systems kann Komfort und Betriebssicherheit beeinträchtigen.
10. Die Heizungsanlage nicht richtig einstellen lassen
Viele Heizungsanlagen arbeiten jahrelang mit Einstellungen, die bei der Installation vorgenommen wurden. Doch diese Einstellungen passen nicht immer optimal zum Gebäude.
Mögliche Probleme sind:
- Eine zu hoch eingestellte Heizkurve
- Unpassende Heizzeiten
- Eine ungünstig eingestellte Umwälzpumpe
- Ungleichmäßig versorgte Heizkörper
- Unnötig hohe Systemtemperaturen
Ein hydraulischer Abgleich kann dazu beitragen, dass Heizwasser bedarfsgerecht verteilt wird.
Gerade wenn manche Räume zu warm und andere trotz aufgedrehter Thermostate zu kalt bleiben, lohnt sich eine fachliche Überprüfung.
Besser: Lassen Sie bei wiederkehrenden Problemen die gesamte Heizungsregelung und die Wärmeverteilung untersuchen, statt nur einzelne Thermostate höher einzustellen.
11. Undichte Fenster und Türen ignorieren
Es zieht am Fenster, unter der Wohnungstür ist ein kalter Luftstrom spürbar oder an älteren Fenstern sind die Dichtungen porös.
Solche Undichtigkeiten können den Heizbedarf erhöhen und den Wohnkomfort deutlich verschlechtern.
Besonders ungünstig ist es, wenn Bewohner die Raumtemperatur erhöhen, um die Zugluft auszugleichen.
Einfache Maßnahmen wie das Erneuern geeigneter Dichtungen können bereits helfen.
Allerdings ist nicht jede Lüftungsöffnung ein Baumangel. Manche Gebäude verfügen über bewusst vorgesehene Außenluftdurchlässe.
Besser: Prüfen Sie erkennbare Zugluftstellen und lassen Sie beschädigte Dichtungen gegebenenfalls ersetzen. Vorgesehene Lüftungseinrichtungen dürfen nicht einfach verschlossen werden.
12. Feuchtigkeit in der Wohnung unterschätzen
Heizkosten und Luftfeuchtigkeit hängen enger zusammen, als viele vermuten.
Wer aus Sparsamkeit kaum heizt und gleichzeitig zu wenig lüftet, kann langfristig ein teures Problem verursachen: Schimmel.
Besonders gefährdet sind kalte Außenwände, Raumecken und Bereiche hinter großen Möbeln.
Ein Hygrometer hilft, die relative Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten.
Für viele Wohnräume ist ein Bereich von ungefähr 40 bis 60 Prozent ein brauchbarer Orientierungswert. Bei schlecht gedämmten Außenwänden kann selbst eine Luftfeuchtigkeit innerhalb dieses Bereichs örtlich zu hoch sein.
Besser: Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit, lüften Sie nach dem Duschen und Kochen und achten Sie auf ausreichend warme Wandoberflächen.
Wichtig: Schimmel ist nicht automatisch die Folge falschen Nutzerverhaltens. Auch bauliche Mängel können die Ursache sein.
13. Rollläden und Vorhänge nachts nicht nutzen
Fenster sind häufig energetisch schwächere Bauteile als gut gedämmte Außenwände.
Deshalb kann es sinnvoll sein, nachts vorhandene Rollläden zu schließen.
Der zusätzliche Luftzwischenraum kann Wärmeverluste über das Fenster reduzieren. Wie groß der Effekt ist, hängt allerdings stark vom Fenster, Rollladen und Einbau ab.
Auch geeignete Vorhänge können den Komfort verbessern.
Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: Ein Vorhang vor dem Fenster ist nicht dasselbe wie ein Vorhang vor dem Heizkörper.
Werden Heizkörper von langen Vorhängen verdeckt, kann das die Wärmeverteilung verschlechtern.
Besser: Schließen Sie nachts Rollläden, wenn vorhanden. Achten Sie bei Vorhängen darauf, dass Heizkörper und Thermostate frei bleiben.
14. Die Warmwasserbereitung vergessen
Wenn von Heizkosten gesprochen wird, denken viele ausschließlich an warme Wohnräume.
Dabei kann auch die Warmwasserbereitung einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs ausmachen.
Besonders relevant sind lange warme Duschen, hohe Warmwassertemperaturen und unnötige Zirkulationsverluste.
Ein Sparduschkopf kann den Warmwasserverbrauch reduzieren, ohne dass der Komfort zwangsläufig stark leidet.
Bei zentralen Warmwassersystemen ist allerdings Vorsicht geboten: Die Speichertemperatur darf nicht beliebig abgesenkt werden, weil hygienische Anforderungen, insbesondere zum Schutz vor Legionellen, berücksichtigt werden müssen.
Besser: Reduzieren Sie unnötigen Warmwasserverbrauch und lassen Sie die Einstellungen der Warmwasseranlage fachgerecht prüfen.
15. Die Heizkostenabrechnung nicht kontrollieren
Ein besonders kostspieliger Fehler passiert möglicherweise erst nach der Heizperiode.
Viele Verbraucher überfliegen ihre Heizkostenabrechnung lediglich und zahlen eine mögliche Nachforderung.
Dabei können sich Fehler bei Verbrauchswerten, Verteilungsschlüsseln oder einzelnen Kostenpositionen ergeben.
In Mehrfamilienhäusern werden Heizkosten üblicherweise teilweise nach Verbrauch und teilweise nach Wohn- oder Nutzfläche verteilt. Welche Regeln im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von der Heizkostenverordnung ab.
Auffällig hohe Kosten müssen deshalb nicht zwangsläufig auf ein falsches Heizverhalten zurückzuführen sein.
Besser: Vergleichen Sie die Abrechnung mit dem Vorjahr, prüfen Sie Verbrauchseinheiten und Kostenpositionen und verlangen Sie bei Unklarheiten eine nachvollziehbare Erläuterung beziehungsweise Belegeinsicht.
Bei begründeten Zweifeln können Verbraucherzentralen oder Mietervereine weiterhelfen.
Wie viel Geld lässt sich durch richtiges Heizen sparen?
Die tatsächliche Ersparnis hängt von vielen Faktoren ab: Wohnfläche, Dämmstandard, Heizsystem, Energiepreis und bisherigen Gewohnheiten.
Zur Orientierung betrachten wir einen Haushalt mit jährlichen Heizenergiekosten von 1.800 Euro.
| Einsparung beim Heizenergieverbrauch | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|
| 5 % | 90 € |
| 10 % | 180 € |
| 15 % | 270 € |
| 20 % | 360 € |
Diese Zahlen sind Rechenbeispiele, keine garantierten Einsparungen.
Vor allem Haushalte, die bisher sehr stark heizen, häufig Fenster kippen oder eine ungünstig eingestellte Heizungsanlage besitzen, können erhebliches Verbesserungspotenzial haben.
Wer bereits sparsam und effizient heizt, wird dagegen meist deutlich weniger zusätzlich einsparen können.
Die Einsparungen einzelner Maßnahmen dürfen außerdem nicht einfach addiert werden. Ihre Wirkungen können sich überschneiden.
Welche Heizfehler sind besonders teuer?
Nicht jeder Fehler hat dieselben finanziellen Auswirkungen.
Dauerhaft zu hohe Raumtemperaturen: Schon kleine Temperaturunterschiede wirken sich über eine gesamte Heizperiode aus.
Lange gekippte Fenster bei laufender Heizung: Hier entstehen vermeidbare Lüftungswärmeverluste.
Ungünstige Einstellungen der Heizungsanlage: Eine zu hohe Heizkurve oder schlechte Wärmeverteilung kann die Effizienz beeinträchtigen.
Mangelhafte Dämmung und Undichtigkeiten: Diese Probleme lassen sich durch sparsames Verhalten allein nicht vollständig ausgleichen.
Unnötiger Warmwasserverbrauch: Auch außerhalb der eigentlichen Heizperiode können dadurch beträchtliche Energiekosten entstehen.
Welche Ursache im Einzelfall am stärksten ins Gewicht fällt, lässt sich nur anhand des Gebäudes und des tatsächlichen Verbrauchs beurteilen.
Heizkosten sparen als Mieter: Was ist überhaupt möglich?
Mieter haben auf die Heizungsanlage häufig nur begrenzten Einfluss. Trotzdem können sie verschiedene Maßnahmen selbst umsetzen.
Dazu gehören eine bedarfsgerechte Raumtemperatur, richtiges Lüften, freie Heizkörper und die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit.
Anders sieht es bei defekten Thermostatventilen, undichten Fenstern oder einer schlecht eingestellten Zentralheizung aus.
Hier sollte der Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung informiert werden.
Eigenmächtige Eingriffe in zentrale Heizungsanlagen sind keine sinnvolle Lösung.
Wichtig ist auch: In Mehrfamilienhäusern führt eine geringere eigene Heizleistung nicht immer zu einer gleich hohen prozentualen Senkung der persönlichen Heizkostenabrechnung, da häufig ein Teil der Kosten unabhängig vom individuellen Verbrauch verteilt wird.
Heizkosten sparen mit Wärmepumpe: Andere Regeln beachten
Wer mit einer Wärmepumpe heizt, sollte manche klassischen Spartipps kritisch betrachten.
Insbesondere starke Temperaturabsenkungen können ungünstig sein, wenn die Wärmepumpe anschließend mit deutlich höheren Vorlauftemperaturen arbeiten muss oder ein elektrischer Heizstab einspringt.
In gut gedämmten Gebäuden mit Flächenheizungen kann ein gleichmäßiger Betrieb besonders effizient sein.
Das bedeutet nicht, dass Nachtabsenkungen grundsätzlich falsch sind. Entscheidend sind Gebäudeträgheit, Heizsystem, Regelung und gegebenenfalls zeitabhängige Stromtarife.
Die wichtigste Regel lautet: Nicht möglichst wenig Heizstunden sind das Ziel, sondern möglichst wenig Energieverbrauch bei ausreichendem Wohnkomfort.
Häufige Fragen zu Heizfehlern
Ist es günstiger, die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen?
Nicht grundsätzlich. Wenn Räume während längerer Abwesenheit weniger stark beheizt werden, sinken normalerweise die Wärmeverluste. Wie stark eine Absenkung sinnvoll ist, hängt jedoch vom Gebäude und Heizsystem ab.
Sollte man nachts alle Heizkörper ausschalten?
Eine moderate Temperaturabsenkung ist oft sinnvoller als das vollständige Auskühlen. Besonders bei schlecht gedämmten Gebäuden muss auf Feuchtigkeit und Schimmelrisiken geachtet werden.
Spart Heizen auf Stufe 2 automatisch Geld?
Nur dann, wenn die dadurch erreichte Raumtemperatur ausreichend und niedriger als zuvor ist. Die Thermostatstufe allein sagt noch nichts über den tatsächlichen Energieverbrauch aus.
Was kostet ein Grad mehr Raumtemperatur?
Als grobe Faustregel kann ein Grad höhere Raumtemperatur den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent erhöhen. Der tatsächliche Effekt ist von Gebäude und Heizverhalten abhängig.
Ist Stoßlüften auch bei Frost sinnvoll?
Ja. Gerade bei kalter Außenluft kann ein kurzer, intensiver Luftaustausch sinnvoll sein. Dauerhaft gekippte Fenster sollten während der Heizperiode möglichst vermieden werden.
Kann zu wenig Heizen teurer werden als richtiges Heizen?
Ja, insbesondere wenn dadurch Feuchtigkeits- oder Schimmelschäden entstehen. Energiesparen sollte deshalb nicht bedeuten, Räume dauerhaft unzureichend zu beheizen.
Fazit: Die teuersten Heizfehler sind oft reine Gewohnheit
Wer Heizkosten sparen möchte, muss nicht zwangsläufig in eine neue Heizungsanlage oder teure Smart-Home-Technik investieren.
Oft beginnt die Einsparung bei alltäglichen Gewohnheiten: Fenster nicht dauerhaft kippen, Räume bedarfsgerecht temperieren, Heizkörper freihalten und die Heizungsregelung sinnvoll einstellen.
Besonders wichtig ist dabei, nicht nur auf einzelne Spartipps zu achten, sondern das Zusammenspiel von Heizung, Lüftung, Dämmung und Feuchtigkeit zu verstehen.
Denn die günstigste Heizenergie ist diejenige, die gar nicht erst unnötig verbraucht wird.
Unser Tipp: Prüfen Sie zu Beginn der Heizperiode Ihre Thermostateinstellungen, das Lüftungsverhalten und den Heizenergieverbrauch des Vorjahres. Schon wenige gezielte Änderungen können sich auf der nächsten Heizkostenabrechnung bemerkbar machen.
Weiterführende Informationen
- Verbraucherzentrale: Tipps zum Heizkosten sparen
- Umweltbundesamt: Energie und umweltbewusstes Heizen
- Energieberatung der Verbraucherzentrale

Matthias erstellt, betreibt und vermarktet schon seit dem Jahre 2000 diverse Blogs und Webseiten. Die meisten davon drehen sich um Verbraucherthemen sowie Produkttests, Aktien, Börse und Tipps zum Geld sparen.
Er wurde 1973 geboren, lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover und hat zwei erwachsene Kinder.



