Was ist der DAX und wie entsteht er?

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Was ist der DAX und wie entsteht er?

Der Deutsche Aktienindex ist in aller Munde und in nahezu jeder Nachrichtensendung fällt die Abkürzung „DAX“ wohl gleich mehrere Male. Doch was genau ist der DAX eigentlich und was ist seine Funktion und Bedeutung, wenn es um wirtschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland geht?

Das ist der DAX

Der DAX ist eine Erfindung der deutschen Börse AG, dessen Potential schnell erkannt worden ist: Nicht umsonst wurde der DAX beinah unmittelbar nach seiner Einführung als offizielle Marke eingetragen. Ins Leben gerufen haben den DAX insgesamt drei unterschiedliche Institutionen, die zur Frankfurter Börse zählen. Die offizielle Einführung des DAX reicht bis in die 1980er Jahre zurück: Wir kennen den Deutschen Aktienindex nunmehr seit 1988. Seit seiner Einführung listet er die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften und zeichnet somit ein repräsentatives Bild bzw. eine repräsentative Momentaufnahme der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Im Jahre 1988, als der DAX auf einen anfänglichen Index von 1000 Punkten festgelegt worden ist, wurde der DAX als Ergänzung bereits bestehender Indices genutzt. Seine Bedeutung wuchs aber rasanter und nachhaltiger als sich das die damaligen Börsenspezialisten wohl hätten ausmalen können: Schon nach wenigen Jahren etablierte sich der DAX zusehends als neuer Leitindex, der höchstes nationales und internationales Ansehen genoss. Heute gilt der als der wichtigste Aktienindex überhaupt.

Wissenswertes zum DAX auf einen Blick

Schaut man auf den DAX, so ist es möglich, direkt auf die wirtschaftliche Entwicklung der gelisteten Aktiengesellschaften zu schließen. Ein steigender Kurs lässt einen insgesamt wirtschaftlichen Aufschwung vermuten und gute Unternehmensbilanzen der jeweils gelisteten Unternehmen, während ein fallender Kurs auf Probleme hinweisen kann. Um in den Leitindex DAX aufgenommen zu werden, gilt es, zuvor spezielle Kriterien zu erfüllen. Eine wichtige und grundlegende Voraussetzung besteht darin, dass die Unternehmen über ein zertifiziertes Handelssystem am deutschen Handel teilnehmen. Dieses System trägt den Namen XETRA.

Der DAX wird heute als das wichtigste Messinstrument der deutschen Börse gesehen, das von Investoren im In- und Ausland immer wieder kritisch beäugt und genaustens beobachtet wird.

Infografik: Wo Deutschlands große Aktienunternehmen sitzen | Statista

Was hat es eigentlich mit den Punkten beim DAX auf sich?

Die Anzahl der Punkte des DAX spiegelt die sogenannte Notierung der jeweiligen Aktien der gelisteten Unternehmen wieder. Dabei entsprechen die Punkte dem tatsächlichen akkumulierten Aktienwert der jeweiligen Aktiengesellschaften. So bedeutet ein Fallen des DAX von z.B. 12.500 Punkten auf 12.200 Punkte, dass ein potentieller Anleger – hätte er tatsächlich eine über alle im DAX gelisteten Aktiengesellschaften gleichmäßige Verteilung von Aktienprodukten erworben – insgesamt 300 Euro an Aktienwert verloren hätte. Die Punkte des DAX sind also sozusagen nichts anderes als der Gesamtwert aller Aktien derjenigen Unternehmen, die im DAX gelistet sind.

MDAX und TECDAX

Neben dem klassischen DAX gibt es noch zwei weitere wichtige Indices, die für Börsianer einen hohen Stellenwert haben. Der sogenannte MDAX umfasst 50 weitere einflussreiche Aktiengesellschaften, die in ihrer Größenordnung auf die 30 DAX-Listungen folgen. Im TECDAX sind 30 der 35 – am Kapital gemessen – größten Technologiewerte vertreten. Auf diese Weise stehen unterschiedliche Indizes zur Verfügung, anhand derer diverse analytische Überlegungen angestellt werden.

Warum der DAX als Leitindex eine so aussagekräftige und gehobene Bedeutung hat, liegt in der Tatsache begründet, dass die 30 größten Aktiengesellschaften, die im DAX gelistet sind, insgesamt ca. 60 Prozent des sich im Umlauf befindenden Gesamtkaptitals der deutschen Börse ausmachen. So ist es möglich, mit verhältnismäßig geringem Aufwand und einem möglichst geringem Datenaufkommen ein möglichst punktgenaues repräsentatives Bild der wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland aufzuzeigen. Weitere Daten, die im MDAX bzw. SDAX oder TECDAX gelistet werden, haben das Potential, das Bild noch einmal ein wenig zu verfeinern und den Schwerpunkt der angestellten Analysen punktuell zu verlagern.

Grafik: pixabay.com

Matthias erstellt, betreibt und vermarktet seit dem Jahre 2000 diverse Blogs und Webseiten unterschiedlichster Art. Den Fokus legt er dabei auf Verbraucherthemen sowie Aktien, Börse und Tipps zum Geld sparen.

Er lebt in der Nähe von Hannover, wurde 1973 geboren und ist Vater von zwei Kindern.

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