Wer soll im September 2021 Bundeskanzler(in) werden?

Bevor ich loslege, erstmal einen Hinweis in eigener Sache: ich bin wirklich kein Freund des Gender-Wahnsinns. Da wir aber nunmal auch eine Kanzlerkandidatin haben und ich diese nicht vorab abwerten möchte, habe ich mich mal zu dem Gendersternchen hinreissen lassen. Im Browser wird das Sternchen übrigens nicht dargestellt. Da steht jetzt nur „Kanzlerin“. Ist mir irgendwie auch nicht recht. Nundenn… am 26. September 2021 ist Bundestagswahl! Aber wen sollen wir wählen? Welche Partei? Und wer soll bitteschön Kanzler oder Kanzlerin werden?

Ich persönlich bin absolut unentschlossen. Und ich werde mich bemühen, diesen Artikel möglichst neutral zu halten. Eines haben die drei schon mal gemeinsam: Dreck am Stecken. Dieser wurde wie immer im Vorfeld fleissig gesucht, gefunden und medial vermurkst. Ist ja eigentlich auch richtig so. Schließlich sollen wir ja alle genau wissen, wen wir da wählen (würden).

Fast die Hälfte der Bevölkerung will keine(n) der drei!

Wer soll 2021 denn nun Kanzler*in werden?Quelle: n-tv.de (Forsa-Erhebung 20.07.-26.07.21)

Zum Glück weiß ich anhand der aktuellen Forsa-Erhebung, dass ich nicht alleine bin mit meiner Unentschlossenheit. 45% der Befragten würden am liebsten keinen der drei als Kanzler(in) sehen. Aber das bringt mich jetzt natürlich auch nicht weiter. In 55 Tagen muss ich mich entschieden haben. Nicht zur Wahl zu gehen, ist für mich keine Option und ich hoffe, die meisten meiner Leser*innen sehen das auch so. OK Schluss jetzt mit Sternchen: ich spreche mit meinen Worten männliche, weibliche und diverse Menschen gleichermaßen an und verzichte ab sofort trotzdem auf Gendersternchen. Aber wo machen wir denn nun unser Kreuz? Und wer soll in die großen Fußstapfen von Angela Merkel treten? Baerbock, Laschet oder Scholz? Dass jemand anderes Kanzler wird, kann wohl aufgrund der derzeitigen Umfrageergebnisse nahezu ausgeschlossen werden. Aber man weiß ja nie. Trotzdem werde ich mich mal auf die bekannten Drei (alphabetisch) konzentrieren. Das Wahlprogramm der zugehörigen Parteien nehme ich mal bewusst nicht wie bei der letzten Wahl nochmal auseinander. Also Bühne frei:

Annalena Baerbock (Bündnis 90 / Die Grünen)

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis 90 / Die Grünen)40 Jahre jung und seit 2018 gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen. Verheiratet, zwei Kinder im Grundschulalter. Lebt wie Scholz in Potsdam.

Könnte (theoretisch) aufgrund ihres Alters frischen Wind in die Regierung bringen
Soll für ihr Buch abgekupfert haben (Plagiatsvorwürfe)
Hat bis jetzt noch keine Regierungserfahrung vorzuweisen
Hat 25.000 € Sonderzahlungen „nicht auf dem Schirm gehabt“ und verspätet gemeldet
Wirkt oft etwas arrogant (auch gegen „Hühner, Schweine, Kühe melken“-Habeck)
Will Gesetzestexte gendergerecht umschreiben lassen

Armin Laschet (CDU)

Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU)60 Jahre alt und seit Januar 2021 der neunte Bundesvorsitzende der CDU. Außerdem seit 2017 Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Verheiratet, drei erwachsene Kinder. Lebt in Aachen.

Bringt Regierungserfahrung mit (ist derzeit Ministerpräsident in NRW)
Die Basis der CDU hätte lieber Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidaten gesehen
Auch in seinem Buch soll es wie bei Baerbock Plagiate geben
Hat sich vor laufender Kamera während der Flutkatstrophe unangemessen verhalten
Macht sich als (Kohle)Kumpel gerne mal schmutzig

Olaf Scholz (SPD)

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD)Mit 63 Jahren der Älteste im Bunde. Seit März 2018 Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesminister der Finanzen. Verheiratet, keine Kinder. Lebt in Potsdam.

Bringt Regierungserfahrung mit (ist derzeit Finanzminister)
Kann sich an Treffen mit einer offensichtlich in Cum-Ex-Geschäfte verstrickte Bank „nicht mehr erinnern“
Soll irgendwie beim Wirecard-Skandal mitschuldig gewesen sein
Gilt als stur und übermäßig von sich selbst überzeugt

Fazit…

Hmm irgendwie nehmen die sich alle nix oder? Und wenn man die Punkte gegeneinander aufwiegt, ist man bei der Frage aller Fragen auch nicht so wirklich schlauer geworden. Ich zumindest weiß immer noch nicht, wer am Ende besser als Kanzler(in) geeignet ist. Sie haben alle ihre Pluspunkte und alle ziemlich üble Minuspunkte in den Ring geworfen. Vielleicht wähle ich doch lieber die FDP und hoffe, dass die auf ein sehr gutes zweistelliges Ergebnis und somit in eine Koalition kommen. Mit den Grünen wollen sie allerdings nicht und mit der SPD wohl irgendwie auch nicht. Der Parteivorsitzende Lindner sieht die Liberalen weiter im Aufwind. Er verfolgt das Ziel, Grün-Rot-Rot (Grüne, SPD, Linke) und Schwarz-Grün (CDU und Grüne) bei der Bundestagswahl zu verhindern. Und eine Ampel-Koalition (aus SPD, FDP, Grüne) hält er für „wenig wahrscheinlich“. Bleibt nur Schwarz-Gelb, also CDU und FDP.

Forsa sieht die CDU gerade bei 26% und die FDP bei 13%. Da muss noch einiges passieren, damit das passen kann. Nach heutigem Stand müssten sich drei Parteien zusammentun, um eine Mehrheit im Bundestag zu stellen. Aber ob Schwarz-Rot-Grün überhaupt handlungsfähig wäre? Alle drei Kanzlerkandidaten in einem Boot und einer oder eine ist der/die Oberhäuptling(in)? Irgendwie schwer vorstellbar.

Bliebe noch Schwarz-Rot-Gelb (CDU, SPD, FDP). Das konnte sich Lindner zumindest 2016 VOR der Wahl noch sehr gut vorstellen. Hat dann aber irgendwie doch nicht hingehauen. Und Schwarz-Grün-Gelb wollte er damals schon nicht. („Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“) Zumindest denken Teile der Union aktuell über eine Koalition mit SPD und FDP nach. Nundenn, hoffen wir auf das Beste für unser Land… Lassen Sie mir gern einen Kommentar da. Bin wirklich für alle Anregungen dankbar. Vielleicht hilft es unseren anderen Lesern und mir ja bei der Entscheidungsfindung… Und denken Sie bitte dran: das Wahlrecht wurde mal hart erkämpft und wer nicht wählt, unterstützt damit vielleicht die falsche Partei!

Fotos: pixabay.com sowie Pressearchiv „Die Grünen“, „CDU“ und „Bundesministerium der Finanzen“

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