Ratgeber zur Wohnungssuche

Gerade in den Ballungszentren ist Wohnraum begrenzt und oft werden bei öffentlichen Besichtigungen 100 potentielle Mietinteressenten regelrecht durch das Mietobjekt geschleust. Die Chance, dass Sie der Glückliche sind, der letztlich den Zuschlag bekommt, ist sehr gering, da keine Möglichkeit besteht, sich beim Vermieter von den anderen Interessenten abzuheben und einen guten Eindruck zu machen. Dennoch gibt es ein paar Tipps, um an eine neue Wohnung zu kommen.

Alle Kanäle nutzen

Um eine passende Wohnung zu finden, sollten Sie sämtliche Alternativen ausschöpfen und jede erdenkliche Quelle nutzen. Hierzu gehören die Online-Wohnungsmärkte, bei denen Sie Mietobjekte beispielsweise nach Größe, Anzahl der Zimmer und Höhe der Miete filtern können. Dabei können sogar Suchaufträge erstellt werden, die informieren, wenn neue Objekte online gestellt werden, die den gewählten Kriterien entsprechen.

Die lokalen und regionalen Zeitungen bieten ebenfalls ausreichend Inserate und hierbei lassen sich selbst Wohnungen finden, die nicht online platziert wurden.

Schwarze Bretter in Supermärkten und dergleichen können gleichermaßen durchsucht werden. Auch hier lassen sich wahre Traumwohnungen finden.

Fragen Sie zusätzlich Ihre Kontakte. Geben Sie zu verstehen, dass Sie auf Wohnungssuche sind. Viele Paar Ohren hören immer mehr als ein einzelnes und vielleicht kennt jemand jemanden, der gerade einen Nachmieter sucht und Sie sind dann der erste, der sich auf die Wohnung bewerben kann.

Nicht zuletzt sollten Sie selbst ebenfalls eine Wohnungsanzeige aufgeben. Nutzen Sie dabei die Tageszeitung und lokale und regionale Anzeigenblätter, soziale Medien, Immobilienportale und die Schwarzen Bretter in Supermärkten. Also überall dort, wo Sie selbst nach Wohnungen suchen.

Kompromisse eingehen

Sicherlich hat jeder seine Traumwohnung vor Augen, doch falls man bereits Monate auf der Suche ist, gerade in Ballungsgebieten, sollten die eigenen Wünsche noch einmal überdacht werden. So kann es schon hilfreich sein, wenn Sie auch mit einer Dusche statt einer Badewanne und mit 50 anstelle von 60 m² zufrieden sind. Am besten achten Sie dennoch darauf, dass Sie mit den Kompromissen leben können.

Kontaktaufnahme

Damit die Wohnungssuche erfolgreich ist, sollten Sie Ihre Suchanfragen, wenn möglich, dreimal täglich überprüfen. Wurde ein Angebot morgens eingestellt und Sie melden sich erst abends, kann es schon zu spät sein, da sich womöglich hunderte andere Mietinteressenten früher gemeldet haben. Am besten greifen Sie sofort zum Telefon und rufen die Kontaktperson an. So haben Sie die Chance, einen anfänglichen Eindruck zu hinterlassen, wenn Sie bei Ihrem Gesprächspartner durch Freundlichkeit und Offenheit das Interesse an sich wecken. Eine Mail könnte im Gegensatz dazu leicht untergehen, falls sich zu viele auf die Anzeige melden.

Sollte die Wohnung anderweitig vermietet worden sein, ist aber von einer Wohnungsbaugesellschaft, Wohnungsbaugenossenschaft oder von einem privaten Hauseigentümer, der mehrere Immobilien besitzt, ist es ratsam, wenn Sie mit dem Vermieter in Kontakt bleiben. Wird zu einem späteren Zeitpunkt ein ähnliches Mietobjekt frei, könnten Sie rechtzeitig informiert werden, falls es eine Interessentenliste gibt, auf der Sie sich eintragen lassen können.

Vorbereitung der Unterlagen

Heutzutage wollen Vermieter auf der sicheren Seite sein, was ihre potentiellen Mieter angeht, da viele bereits Ärger hatten, beispielsweise durch sogenannte Mietnomaden.

Zu den Unterlagen gehören zum Beispiel Einkommensnachweise (meistens der letzten drei Monate), eine Vorvermieterbescheinigung mit Bestätigung der Mietschuldenfreiheit und eine Personalausweiskopie. Immer öfter, vor allem in Großstädten, werden eine Schufa-Auskunft und eine Kurzbewerbung mit persönlichem Lebenslauf inklusive familiärer und beruflicher Situation verlangt. Bei Studenten kommen noch die Immatrikulationsbescheinigung und der Studentenausweis hinzu. Zuletzt wird bei Studierenden, Auszubildenden und Minderjährigen oft eine Bürgschaft der Eltern eingefordert.

Sie sollten die eigenen Schufa-Einträge schon vor der Wohnungssuche prüfen und bereinigen, denn so können Sie diese Unterlagen bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Vermieter zusenden, selbst dann, wenn sie nicht ausdrücklich verlangt wurden. Dies könnte der entscheidende Faktor bei der Wohnungsvergabe sein.

Der Besichtigungstermin

Wurden Sie zur Besichtigung der Wohnung eingeladen, sollten Sie selbstverständlich mit gepflegtem Äußeren auftreten, also entsprechende Haare, saubere und unbeschädigte Kleidung. Ein pünktliches Erscheinen ist ebenso unerlässlich wie höfliches Verhalten und gute Umgangsformen. Eine Wohnungsbesichtigung ist wie ein Vorstellungsgespräch beziehungsweise Casting. Können Sie sich hierbei gut verkaufen, steigen Ihre Chancen auf die Zusage für das Mietobjekt.

Foto: pixabay.com

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