Stromanbieter wechseln, aber richtig: So sparen Sie mehrere Hundert Euro pro Jahr

Ihnen kommt beim Blick ins eigene Portemonnaie des Öfteren der Gedanke, dass am Ende des Monats ruhig etwas mehr Geld übrig sein dürfte? In diesem Fall ist oft Sparen das Gebot der Stunde. Zum Glück gibt es allerdings Sparmaßnahmen, die keine Einschränkungen bedeuten, aber trotzdem den Geldbeutel erheblich entlasten. Dazu gehört auch der Wechsel des Stromanbieters. Doch auch hier lauern einige Fallen. Damit Sie nicht hineintappen, zeigen wir Ihnen nun, was Sie beim Wechsel Ihres Stromanbieters beachten sollten.

Große Preisunterschiede: Doch warum eigentlich?

Der große Vorteil beim Strom liegt darin, dass das Produkt von seiner Beschaffenheit her immer gleich ist. Egal, wer den Strom liefert – er sorgt stets dafür, dass die elektrischen Geräte funktionieren. Das heißt für Sie: Wählen Sie am besten immer den Anbieter, bei dem sie für Ihre elektrische Energie am wenigsten bezahlen.

In Bezug auf die Strompreise existieren in Deutschland tatsächlich große Unterschiede. Eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 4.000 kWh (Durchschnittswert) in München trägt je nach Anbieter ungefähr folgende Stromkosten:

 SWM (Grundversorger)Strompreis-Gewinner
Preis pro kWh29,29 Cent28,42 Cent
Jahrespreis bei 4.000 kWh (inkl. Grundpreis)
1.229 Euro1.074,85 Euro

Tarifdaten für München (PLZ: 80337), Quelle: SWM.de und unser Strompreis-Rechner (Stand: 08.07.2021)

Hieraus ergibt sich also eine Ersparnis von 154,15 Euro pro Jahr, die der Strompreis-Gewinner in unserem Strom-Preisvergleich ausgegeben hat. Dafür müssen Sie jedoch auf nichts verzichten, sondern lediglich den Stromanbieter wechseln.

Drei Gründe für Preisunterschiede

Natürlich drängt sich geradezu die Frage auf, woher die Preisunterschiede der Stromanbieter eigentlich kommen. Schließlich bieten alle (bis auf Ökostrom) das gleiche Produkt. Hierbei kommt es auf drei wichtige Faktoren an:

1. Eine kluge Einkaufspolitik
Viele Stromanbieter produzieren den Strom nicht selbst, sondern kaufen ihn über den Handel an der Strombörse. Legt der Anbieter hier eine geschickte Einkaufspolitik an den Tag oder handelt gute Verträge aus, kann er seinen Strom günstiger verkaufen.

2. Eine schlanke Struktur
Besonders die großen Anbieter weisen oft starre Strukturen auf und sind dabei nicht immer kontrolliert gewachsen. Daraus ergeben sich versteckte Kosten, die die Verbraucher mitbezahlen. Gerade die Grundversorger waren früher staatlich gelenkte Unternehmen und schleppen deshalb oft teure Verwaltungen mit sich herum. Junge Start-Ups haben eine viel schlankere Struktur und müssen somit geringere Kosten schultern. Als Kunde profitieren Sie dort von günstigeren Preisen.

3. Neukunden-Boni
Mittlerweile tummeln sich sehr viele Stromanbieter auf dem Markt. Der harte Konkurrenzkampf sorgt dafür, dass Sie als Kunde gerade im ersten Jahr oft attraktive Boni und Rabatte einfahren können. Ein Großteil der Ersparnis ergibt sich aus solchen Boni.

Achtung: Neukunden-Boni gelten nur im ersten Jahr. Fallen diese im zweiten Jahr weg, steigen die Kosten oft deutlich. Aus diesem Grund lohnt sich häufig ein jährlicher Anbieterwechsel. So profitieren Sie immer wieder von entsprechenden Rabatten.

Stromanbieter wechseln: Das sollten Sie beachten

Der harte Wettbewerb auf dem Strommarkt bringt auch immer wieder mal schwarze Schafe mit sich. Aus diesem Grund sollten Sie verschiedene Kriterien prüfen, bevor Sie sich für einen bestimmten Tarif entscheiden:

  • Höchstens monatliche Abschläge bezahlen
    In der Vergangenheit gab es öfter Stromanbieter, die mit äußerst günstigen Preisen auftrumpften. Der Haken: Sie als Kunde mussten den kompletten Jahresbetrag als Abschlag im Voraus bezahlen. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters wäre das Geld verloren und Sie müssten zusätzlich noch einmal die Kosten für die Stromversorgung über einen neuen Lieferanten bezahlen.

    Aus diesem Grund: Immer nur Anbieter mit monatlichen Abschlägen wählen!
  • Auf Stromanbieter mit Preisgarantien setzen
    Eine weitere potenziell problematische Praxis sind fehlende Preisgarantien. Hieraus ergibt sich für Sie ein Risiko: Der Anbieter könnte Sie als Kunden mit konkurrenzlos günstigen Konditionen in einen 12-Monatsvertrag locken. Nach 1-2 Monaten erhöht er die Preise dann saftig und Sie säßen auf hohen Zusatzkosten.

    Deshalb: Immer auf Tarife mit einer Preisgarantie von mindestens 6-12 Monaten setzen.
  • Auf Laufzeit und Kündigungsfrist achten
    Der Strommarkt ist sehr schnelllebig, was zu stark schwankenden Preisen führt. Aus diesem Grund sollten Sie sich nie zu lange fest an einen Stromanbieter binden. Wählen Sie am besten nur Tarife mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten – so bleiben Sie flexibel und können sich den Gegebenheiten anpassen.

    Zusätzlich wichtig: Die Kündigungsfrist sollte maximal 4-6 Wochen umfassen. Auf diesem Weg können Sie kurzfristig reagieren.

Zu guter Letzt können Sie bei einem Strompreis-Vergleich noch überlegen, wie wichtig Ihnen Ökostrom ist. Immer mehr Anbieter stellen grüne Tarife zur Verfügung. Aus diesem Grund haben Sie in unseren Strompreis-Rechner auch die Möglichkeit, die Option „Nur Ökostrom“ auswählen. So werden Ihnen ausschließlich entsprechende Tarife angezeigt.

Mit geübtem Blick zum günstigen Stromtarif

Der Wechsel vom Grundversorger zu einem günstigen Stromanbieter bietet Ihnen die Möglichkeit, ohne Verzicht bares Geld zu sparen. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt immer von der Region sowie den individuellen Rahmenbedingungen ab. Wenn Sie zudem noch die obigen Tipps beherzigen, zahlt sich der Anbieterwechsel für Sie am Ende deutlich aus!

Foto: pixabay.com

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