Test: Amazon Instant Video

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Test: Amazon Instant Video

Seit einiger Zeit kann sogar ich hier als Einwohner eines 270-Seelen-Dorfes in der niedersächsischen Tiefebene DSL6000 der deutschen Telekom nutzen. Ein Kabelnetz liegt hier leider nicht und VDSL gibt’s zwar in Nachbardörfern, aber bei uns wird’s wohl noch etwas dauern. HD Videos lassen sich somit zwar noch nicht ganz ohne (nerviges) “Nachbuffern” schauen, aber immerhin schon flüssiger als mit DSL2000. Als alleinerziehender Vater und selbständiger Medienkaufmann bleibt mir nur sehr selten Zeit zum fernsehen und wenn ich dann mal dazu komme, möchte ich auch wirklich gut unterhalten werden und nicht irgendeinen Quatsch gucken. Und ich möchte mir die Uhrzeit nicht von einem Sender vorschreiben lassen.

Deshalb nutze ich mittlerweile sehr gerne die Mediatheken von ZDF und ARD sowie YouTube. Die Mediatheken der privaten Sender sind eher nix für mich. Was soll ich da auch schauen und außerdem nervt die Werbung. Das Angebot an wirklichen guten Filmen und Serien in hoher Auflösung hält sich bei vorgenannten Quellen allerdings in Grenzen, sodass ich vorgestern mal in die Versuchung gekommen bin, Amazon Instant Video im PRIME-Paket 30 Tage kostenlos zu testen. Da ich auch noch häufig und gern alles mögliche bei Amazon bestelle, nehme ich natürlich den zusätzlich im Paket enthaltenen “Premium-Versand für viele Artikel” gern “mit in Kauf”. Apropos Kauf… das Paket kostet nach dem Testzeitraum übrigens gerade mal 49 Euro im Jahr, also 4,08 Euro pro Monat. Im Vergleich zu den Mitbewerbern Maxdome, netflix (jeweils 7,99 €/Monat) und watcheveer (8,99 €/Monat) also auf den ersten Blick am günstigsten. Bei Amazon ist man allerdings im Gegensatz zu den anderen Anbietern mindestens ein Jahr gebunden…

Was bietet Amazon Instant Video?

Die Anmeldung funktioniert schon mal sehr fix innerhalb weniger Sekunden – vorausgesetzt man ist wie ich bereits Amazon-Kunde. Bei Neukunden dauert’s dann etwas länger. Dann noch schnell (wenn noch nicht vorhanden) das Silverlight-Browser-Plugin installieren und wenn man auch Filme ab 18 sehen möchte, die Volljährigkeit mittels Eingabe der Ausweis- und Bankkontonummer bestätigen. Das alles geht sehr einfach und schnell, auch wenn man in Sachen Internet noch nicht so erfahren ist. Ich persönlich konnte mich noch nie so recht mit der Navigation bei Amazon anfreunden. Das geht eigentlich besser, aber man gewöhnt sich dran…

So sieht's aus: Amazon Instant Video

Das Angebot an Filmen und Serien ist sehr groß. Jeweils einige hundert Titel kann man sich anschauen. Und das oft in HD (720px) Qualität und selbst mit meiner schwachen Leitung ohne Wartezeiten und “Rumgebuffer”. Die Auswahl und Aktualität ist allerdings derzeit bei den Mitbewerbern deutlich noch geringfügig besser. Zu den aktuellsten Blockbustern zählen bei Amazon “Oblivion” aus dem Jahr 2013 und “Django Unchained” aus 2012. Bei den Serien ist das ähnlich. Wer beispielsweise “The Walking Dead” schauen möchte, bekommt nur die ersten 3 Staffeln zu sehen. Aber Amazon wäre nicht Amazon, wenn es nicht unter gewissen Umständen auch aktueller gehen würde… man kann sich aktuellere Filme und Serien natürlich auch (als Download) kaufen oder leihen. Da werden dann – je nach Qualität – 1,99 € oder mehr pro Folge bzw Film fällig. Praktisch, dass im Prime-Paket auch gleich der “Amazon Cloud Drive” mit unbegrenztem Online-Bilder-Speicherplatz enthalten ist. Man kann sich also hier seine Lieblingsfilme in einer “Online-Wolke” abspeichern und jederzeit wieder aufrufen. Für Amazon ein leichtes, zumal der Konzern nicht nur der größte Online-Händler, sondern auch gleichzeitig der größte Online-Speicher-Anbieter der Welt ist.

Da Instant Video quasi in der “Amazon-Welt” integriert ist, kann man natürlich nebenbei auch noch alles mögliche einkaufen. Amazon – das Rundumsorglos-Kommerzpaket… Der Konzern will seine Vorherrschaft auf dem Online-Markt halt stetig ausbauen. Aus dem einstigen Buchhändler ist etwas erwachsen, was es in der Form nur einmal auf der Welt gibt. Selbst der Milliardenkonzern Google hat da seine Mühe, irgendwie mitzuhalten. Aber das soll uns als “willigen Konsumenten” erstmal nur zweitrangig interessieren…

Mein Fazit: das Preis-Leistungsverhältnis ist beim “PRIME-Paket” trotz (noch) etwas mangelnder Aktualität der im Angebot enthaltenen Amazon Instant Video Titel derzeit unschlagbar. Und das wird es – so wie ich Amazon kenne – auch bleiben. Man findet hier auch Serien und Filme, die man fast vergessen hat und gern nochmal schauen möchte. Und wirklich ganz aktuelle Blockbuster wird es auch wohl in Zukunft als erstes im Kino und dann im PayTV bzw auf DVD geben. Gleich danach rangieren die Online-Portale und es würde mich nicht wundern, wenn Amazon hier noch ein paar Schippen drauflegt, sobald die ersten paar Millionen Kunden bei PRIME “eingefangen” sind. Update 06.01.15: das Videoangebot wurde in den vergangenen Tagen meines Erachtens nach auffällig gesteigert. Weiter so!

Dem Online-Streaming gehört die Zukunft. Herkömmliche Videotheken werden weiter nach und nach aussterben. Das Ausleihen von DVDs oder Blurays per Post wird mit zunehmendem Ausbau der Internetgeschwindigkeit auch bald keiner mehr nutzen. Wer will schon einen Tag auf seinen Film warten? Und die TV-Sender? Die wird’s sicher weiterhin geben, aber in anderer Form. Die Verschmelzung mit dem Internet wird fortschreiten und irgendwann wird der “normale Fernseher”, wie wir ihn (noch) kennen, vielleicht noch von Internetverweigerern, Senioren oder zur Berieselung von Couch-Potatoes, zum Einschlafen oder bei der Küchenarbeit genutzt… der “Normalnutzer” will schon heute und erst Recht in der nahen Zukunft gucken was er will und wann er will. Die Zeit, zu der ganze Familien eine Samstagabend-Show gemeinsam vor der “Glotze” zelebriert haben, ist schon jetzt vorbei. Kunststück… “Wetten dass…?” wurde ja auch kürzlich eingestellt. DVDs und Blurays wird es wohl weiterhin geben, aber wohl eher nur noch in kleiner Auflage für Sammler…

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Matthias erstellt, betreibt und vermarktet schon seit dem Jahre 2000 diverse Blogs und Webseiten. Die meisten davon drehen sich um Verbraucherthemen sowie Produkttests, Aktien, Börse und Tipps zum Geld sparen.

Er wurde 1973 geboren, lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover und ist alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teeniealter.

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