Was ist ein Zinseszins?

Der Zinseszins ist eines der stärksten Investitionskräfte überhaupt. Noch nie davon gehört? Was soll das sein? Wir erklären Ihnen mal ganz genau, worum es geht. Sie werden staunen!

Bei der Berechnung der Zinsen gibt es zwei grundlegende Optionen: den einfachen Zins und den Zinseszins b.z.w. zusammengesetzte Zinsen. Bei der einfachen Verzinsung wird Ihr ursprünglich angelegtes Kapital immer wieder, Jahr für Jahr, mit einem bestimmten Prozentsatz pro Jahr verzinst. Das wird in der Praxis nur noch selten gemacht. Andererseits wird beim Zinseszins nicht nur das Startkapital verzinst, sondern das Startkapital PLUS die im Vorjahr erhaltene Verzinsung. Und genau das ist der Grund, warum viele Anleger an der Börse so erfolgreich sind.

Vergleich von einfachem Zins und Zinseszins

Angenommen, Sie investieren 10.000 Euro bei 8% Zinsen. Dies bedeutet, dass nach dem ersten Jahr 800 € zu Ihrem Konto hinzugefügt werden. Im zweiten Jahr werden weitere 800 € Zinsen gezahlt, ebenso wie im dritten Jahr, im vierten Jahr u.s.w. Nebenbei bemerkt: mit einem Sparbuch geht das natürlich gerade nicht. Aber mit Aktien schon 😉

Wenn Ihre Investition jährlich 8% Zinseszins einbringt, macht dies natürlich zunächst keinen Unterschied. Nach dem ersten Jahr erhalten Sie die gleiche Zinszahlung in Höhe von 800 € wie bei einer einfachen Zinsberechnung. Danach wird es dann aber interessant!

Im zweiten Jahr werden Ihre 8% Zinsen auf Ihren gesamten neuen Kontostand von 10.800 Euro und nicht nur auf Ihre ursprünglichen 10.000 Euro berechnet. Daraus ergibt sich eine Zinszahlung von 864 € für das zweite Jahr, die dann wieder auf die bereits vorhandenen 10.000 Euro addiert werden. Im dritten Jahr werden dann somit 8% Zinsen auf 11.664 € (10.800 + 864) berechnet.

Zinseszins und einfacher Zins im Vergleich

Sie werden überrascht sein, wie schnell sich das summieren kann. Bei einer einfachen Verzinsung und einem Zinssatz von 8% wäre Ihre Investition von 10.000 Euro nach 30 Jahren 34.000 Euro wert. Bei Verwendung von Zinseszinsen würde sich der Wert jedoch auf über 100.000 Euro erhöhen. Schauen Sie sich einfach mal auf folgender Grafik an, wie sich einfache Verzinsung und Zinseszins über einen Zeitraum von 50 Jahren entwickeln:

Was ist ein Zinseszins?

Im vorigen Beispiel haben wir die jährliche Aufzinsung verwendet, was bedeutet, dass die Zinsen einmal pro Jahr berechnet werden. In der Praxis werden Zinseszinsen meist häufiger berechnet. Übliche Verzinsungsintervalle sind vierteljährlich, monatlich und sogar täglich. Es gibt da noch viele andere mögliche Intervalle, die Verwendung finden können. Die Mischhäufigkeit macht dabei den Unterschied – häufigeres Mischen der Intervalle führt zu schnellerem Wachstum.

Tipp: Früh anfangen und langfristig denken!

Wenn Sie Ihr Geld vermehren möchten, ist Zeit Ihr bester Freund. Sie müssen Geduld mitbringen. Es dauert eine Weile, bis das „Schneeballsystem Zinseszins“ in Schwung kommt, aber dieser Schwung wird sich aufbauen und immer weiter an Stärke gewinnen. Wer früher startet, ist auch früher reich. Schauen Sie sich nochmal unsere Beispielgrafik an. Nach 20 Jahren hätten Sie Ihre Einlage verfünffacht. Wenn Sie damit erst im Alter von 65 Jahren anfangen, haben Sie nichts mehr davon – nur Ihre Erben. Wer nicht so lange warten kann oder will, startet halt nicht mit 10.000 € sondern mit 100.000 € – wenn er sie denn hat. Selbst wenn Sie das Sparen irgendwann zwischendurch beenden, profitieren Sie weiterhin von den Dividenden. Seien Sie in jedem Fall geduldig, lassen Sie Ihr Geld in Ruhe und denken Sie langfristig.

Video: Carsten Maschmeyer – wie rette ich mein Geld

Titelgrafik: pixabay.com

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