Tipps bei Überschuldung

Nicht selten ist es das individuelle Verhalten eines jeden einzelnen, das zu einer Verschuldung führt. Insbesondere beim Online Shopping, wird dieses deutlich. Bei angeblichen Superangeboten, fühlen sich viele Verbraucher geradezu verpflichtet, ihrem Einkaufsdrang nachzukommen. Wird bei dem übersteigerten Konsum auch noch eine Kreditkarte zur Zahlung eingesetzt, verlieren die Kunden vielfach vollends den Überblick. Die Rechnung wird dann am Monatsende präsentiert: Das finanzielle Budget ist nicht nur aufgebraucht – man landet klar im Soll. Dieses führt letztlich dazu, dass Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können. Auch ist kein Geld mehr vorhanden, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden sind zu teure Handyverträge der Hauptgrund für das Anwachsen der Schulden. Daneben ist auch die Inanspruchnahme des Dispokredits ein Grund für das Anwachsen des Schuldenbergs. Eine kurzfristige Überziehung des Kontos ist akzeptabel, um sich eine dringend benötigte Finanzspritze abzuholen. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass ein Ausgleich schnellstmöglich vorgenommen werden kann. Ansonsten müssen monatlich hohe Zinsen gezahlt werden. Und das Minus auf dem Konto wächst.

Doch nicht nur in dem verantwortungslosen Umgang mit den Finanzen allein, liegt dieses begründet. Eine Scheidung, die unvorhersehbare Kündigung des Hauptverdieners oder der Tod des Partners können für diesen Umstand ursächlich sein. Dreht sich die Spirale immer weiter in Richtung Abgrund, muss die Notbremse gezogen werden. Kompetente und professionelle Institutionen helfen, einen Weg aus der Notlage zu finden. Auch das Internet vermittelt in Online Beiträgen Wissenswertes über Schulden und wie man aus den Schulden wieder rauskommt.

Was bedeutet Überschuldung?

Unter Überschuldung versteht man, wenn der Schuldner zumindest drei Monate lang nicht in der Lage ist, fortlaufende Verpflichtungen wie Miete, Strom, Ratenkredite oder Lebenshaltungskosten zu erfüllen. Besteht dadurch eine andauernde Zahlungsunfähigkeit, gilt dieser Umstand als Insolvenz. Sofern keine Option mehr besteht, diesen Zustand aus eigener Kraft zu meistern, ist eine professionelle Schuldnerberatung ein geeignetes Mittel. Hier werden Chancen ausgezeigt, um dieser misslichen Lage zu entfliehen. Die Kosten dafür sind relativ gering.

Städte und Kommunen bieten darüber hinaus staatliche Schuldnerberatungen an, die in der Regel kostenlos sind. Kompetente Berater prüfen, inwieweit die monatlichen Belastungen gesenkt werden können. Im Anschluss erfolgen Gespräche mit Gläubigern, um eine außergerichtliche Einigung zu vereinbaren. Die Angebote werden jedoch vielfach in Anspruch genommen, so dass sich lange Wartezeiten ergeben.

Was tun, um aus den Schulden rauszukommen?

Wenn Rechnungen und Mahnungen die Schublade füllen – spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, geeignete Maßnahmen gegen den Schuldenberg zu treffen. Ohne ein planvolles Vorgehen, wird jedoch nicht funktionieren. Empfehlenswert ist folgende Vorgehensweise:

Einen vollständigen Überblick über die Schulden verschaffen
Einen Haushaltsplan mit allen Ausgaben und Einnahmen erstellen
Prüfen, ob Ausgaben gesenkt werden können (Mobilfunkverträge, Fahrzeugleasing, Versicherungen)
Mögliche neue Einnahmequellen generieren (Nebenjob, staatliche Leistungen)
Gespräche mit den Gläubigern führen
Professionelle Schuldnerberatung
Umschuldung in Betracht ziehen

Auch wenn man den Kopf lieber in den Sand stecken möchte, ist die Kontaktaufnahme zu den Gläubigern von essentieller Bedeutung. Vielfach können dadurch Kompromisse bei der Rückzahlung der offenen Forderungen erzielt werden. So einigt man sich beispielsweise auf monatliche Raten, die auch realistisch geleistet werden können. Möglich ist es auch, dass ein Teil der Schulden erlassen wird. Reagiert der Schuldner jedoch überhaupt nicht, ist der Weg vorprogrammiert. Die Gläubiger erwirken beim Amtsgericht einen Vollstreckungsbescheid. Dieser führt dazu, dass potentielle Sparguthaben zum Ausgleich der Forderungen verwendet werden. Die Giro-Karte wird eingezogen und laufende Überweisungen für Miete, Strom und Telefon, werden nicht mehr ausgeführt. So weit muss man es nicht kommen lassen.

Zudem gilt das Motto: Finger weg von neuen Krediten, dubiosen Geldverleihern und ähnlichen windigen Versprechen, die vermeintlich als perfekte Lösung aus der Misere anbieten. Besser ist es, seine Finanzen zu sanieren. Eine Umschuldung zu guten Konditionen wäre hier anzuraten.

Wie läuft es bei einer Privatinsolvenz?

Zumeist fungiert ein Treuhänder (auch Rechtsanwälte) als Vermittler zwischen den Parteien. Voraussetzung hierbei ist es, dass mit den Gläubigern ein außergerichtlicher Einigungsversuch vereinbart werden konnte. Stimmen diese dem Antrag nicht zu, scheitert das Verfahren. Verläuft der Plan positiv, ist der Weg zur Restschuldbefreiung in 3, 5 oder 6 Jahren geebnet. Dabei gelten folgende Regeln:

3 Jahre – 35% der Schulden werden getilgt, die Verfahrenskosten beglichen
5 Jahre – lediglich die Verfahrenskosten müssen geleistet werden
6 Jahre – kein Ausgleich der Forderungen notwendig, unerheblich, in welcher Höhe sich die Schulden bewegt haben

Innerhalb des Privatinsolvenzverfahrens genießen die Schuldner vollständigen Pfändungsschutz. Gerichte überprüfen die realistische Machbarkeit des Vorhabens. Nach Ablauf der o.a. Fristen sind sämtliche Schulden getilgt. Die Schuldensumme ist dabei unerheblich.

Im Gegensatz zur Privatinsolvenz, kann die so bezeichnete Regelinsolvenz nur von juristischen Personen (beispielhaft Unternehmen) beantragt werden.

Foto: Elnur/Fotolia

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