Was ist Klimaneutralität?

Der Begriff Klimaneutralität wurde in den letzten Jahren immer präsenter und wird uns wohl noch einige Zeit begleiten. Sei es bei Städten, die sich Klimaneutralität vornehmen, bei klimaneutral hergestellten Produkten oder bei klimaneutralem Versand. Vom Umweltaktivismus bis zur Werbeindustrie ist der Begriff allgegenwärtig. Bekommt man ihn zu Ohren, ist die erste Assoziation, dass Klimaneutralität wohl ein gutes Mittel gegen den Klimawandel zu sein scheint. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich genau?

Klimaneutralität einfach erklärt

Wenn etwas klimaneutral ist, bedeutet das, dass durch das jeweilige Produkt, die Dienstleistung oder die Region kein weiterer Schaden am Klimawandel entsteht. Schaden bedeutet in diesem Fall, dass der Klimawandel nicht weiter befeuert wird. Dinge, die sich schlecht auf die Klimabilanz auswirken sind Gase wie zum Beispiel das berühmte CO2. Diese schädlichen Gase lagern sich in der Atmosphäre ab, erhitzen sie und sorgen schließlich dafür, dass sich das Klima verändert. Wirbt ein Produkt also damit klimaneutral zu sein, bedeutet das, dass durch die Produktion die Menge an schädlichen Stoffen nicht steigt.

Wie wird Klimaneutralität erreicht?

Nun möchte man meinen, dass Klimaneutralität bedeutet, dass bei der Produktion auf sämtliche schädliche Ausstöße verzichtet wird. Das ist jedoch nur selten der Fall. Da Klimaneutralität besagt, dass keine weiteren Gase anfallen, können die Schadstoffe, welche für die eigene Produktion genutzt werden, einfach an anderer Stelle ausgeglichen werden. Auch dann ist das Ziel der Klimaneutralität erreicht, da sich die globale Menge an CO2 nicht verändert. Es wird also versucht, den eigenen Schadstoffausstoß in anderen Gebieten wieder zu kompensieren.

Dieser Ausgleich findet im Regelfall jedoch nicht vor Ort statt. Tatsächlich können mehrere Tausend Kilometer dazwischenliegen. Wenn man klimaneutral sein möchte, in dem man die angefallenen Schadstoffe wieder kompensiert, ist der Regenwald ein beliebtes Ziel. Dort lassen sich durch den Schutz vor Abholzung riesige Mengen CO2 einsparen. Natürlich kämpfen hiesige Unternehmen nicht selbst gegen Brandrodung und andere Umweltsünden, sondern unterstützen die jeweiligen Projekte finanziell.

Findet man auf einer Plastikverpackung den Begriff klimaneutral, bedeutet das meistens, dass der Hersteller Projekte fördert, die seinen eigenen Schadstoffausstoß an anderen Orten einsparen. Die Formel dafür, wie viel Geld gezahlt werden muss, um eine bestimmte Menge CO2 wieder einzusparen, ist kompliziert und hängt von vielen Faktoren ab. Verläuft jedoch alles reibungslos und wie geplant, ist das Ziel der Klimaneutralität per Definition erreicht.

Klimaneutralität bedeutet also nicht, dass gar keine Schadstoffe anfallen. Das wäre oft auch gar nicht möglich. Selbst ein Versand per Elektrolieferwagen wäre nicht ohne Schadstoffe. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Produktion, ließe sich der CO2 Ausstoß zwar durchaus verhindern, das ist meistens jedoch deutlich teurer als die Kompensation durch finanzielle Hilfen in Schwellenländern.

Wie nützlich ist Klimaneutralität überhaupt?

Die reine Kompensation der eigenen Schadstoffe reicht zwar, um sich klimaneutral nennen zu dürfen, verbessert die globale Situation jedoch keineswegs. Die Menge wird nicht reduziert, sondern bleibt unverändert hoch. Klimaneutralität verhält sich zum Klimawandel also wie das Wort schon sagt: Neutral. Im Kampf gegen die globale Erwärmung ist sie nur Symptombekämpfung. Kritiker werfen den Kampagnen zu klimaneutralen Verfahren gar vor, dass sie das Problem verschlimmern würden, da der Anreiz zu echten Innovationen sinkt. Außerdem ist ein gigantischer Kontrollapparat gefragt, um zu überprüfen, ob die Kompensation tatsächlich funktioniert oder ob die Rechnung nicht aufgeht.

Dennoch ist die Möglichkeit der Klimaneutralität eine Maßnahme, die trotz allem ihren Beitrag leistet und von mehreren Unternehmen unterstützt werden sollte. Wenn die Produktion schon nicht vollkommen schadstofffrei vonstattengehen kann, dann doch an anderer Stelle helfen.

Foto: pixabay.com

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