Wie werden Aktiengeschäfte in Deutschland besteuert?

Die Beliebtheit von Aktien als Geldanlage nimmt ständig zu. Und immer mehr Menschen wagen sich an die Börse, um in Aktien zu investieren. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich. Meistens hoffen die Anleger auf eine baldige Wertsteigerung ihrer Aktien oder ihrer Dividentenansprüche und auf ein rasches Anwachsen ihres Vermögens. Doch die Börse ist nicht immer kalkulierbar und sogar Profis erleben hinsichtlich der Kursentwicklung gelegentlich unliebsame Überraschungen. Was liegt also näher, als sein Geschick im Umgang mit Aktien und Börse erst einmal spielerisch zu testen, bevor man sich unter die professionellen Aktionäre getraut.

Warum sollten Anfänger erst einmal mittels Aktienspiel Trockenübungen machen?

Anfänger stehen in der Regel zunächst ratlos vor den vielen Möglichkeiten, mit denen an der Börse gehandelt wird: Aktien, Anleihen, Fonds, Exchange Tradet Funds (ETF), Hebelprodukte und noch viele weitere Produkte. Will man sich nicht gleich mit vollem Risiko ins Aktiengeschäft begeben, sollte man zunächst mit einem Aktienspiel bzw Börsenspiel beginnen. Hier kann man sein Können und Wissen mit anderen Spielteilnehmern messen und Handelsstrategien spielerisch und völlig risikolos entwickeln. Man lernt wie man erfolgreich in Aktien investiert, wie Zertifikate gehandelt werden und was CFD-Trading bedeutet.

Börsenspiele finden in der Regel online statt und alle Beteiligten handeln nicht mit realen Werten, sondern mit einem fiktiven Depot. Chancen und Möglichkeiten in Anlagen zu investieren lernt man auf diese Weise ohne jegliche realen Verluste kennen. Und man kann auch einmal diejenigen riskanten Transaktionen wagen, von denen man im wahren Börsengeschäft eher die Finger lassen sollte. Und dies alles ohne jedes Risiko. Die Spiele werden von verschiedenen Organisationen und Firmen angeboten und ihre Teilnahme ist kostenlos.

Welche Aktiengeschäfte werden besteuert und welche Steuern fallen hierfür an?

Grundsätzlich gilt: Alle Geldanlagen in Form von Aktien, Anleihen, Bankeinlagen, Zertifikaten oder Fonds unterliegen der Steuerpflicht. Selbst wenn die Gewinne sich nicht sofort einstellen, verlangt das Deutsche Steuerrecht die Besteuerung durch die sogenannte Abgeltungssteuer. Sie beträgt 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und wird von der Bank einbehalten und an das Finanzamt weitergeleitet.

Allerdings gilt diese Regelung nur für Anlagen, die nach dem 1.Januar 2009 gekauft wurden. Besitzt man dagegen Wertpapiere aus vorheriger Zeit, so fällt lediglich ein zu versteuernder Veräußerungsgewinn an, wenn die Zeitspanne zwischen deren Kauf und Verkauf kürzer als ein Jahr ist. Gewinne aus längerfristig behaltenen Aktien sind demnach steuerfrei.

Zwar muss der Gewinn aus Geschäften mit Wertpapieren versteuert werden, allerdings existiert auch ein Freibetrag, der die Kleinanleger mit geringem Gewinn begünstigt. Dieser Freibetrag beläuft sich derzeit auf 801 € und gilt sowohl für die Einkünfte aus Aktiengeschäften als auch für Gewinne aus anderen – nationalen und internationalen – Geldanlagen. Allerdings nur pro Person. Ehepaare verfügen deshalb über einen gemeinsamen Freibetrag in Höhe von 1602 €. Falls man sich ersparen möchte, dass der Freibetrag zunächst an das Finanzamt gezahlt werden muss und erst bei der Steuererklärung wieder zurückerstattet wird, kann man über seine Bank einen Freistellungsauftrag erteilen.

Lohnt sich ein Steuerberater?

Dies muss im Einzelfall entschieden werden. Umfangreiche Infos zu dem Thema finden Sie beispielsweise auch auf https://www.steuerberater-info.net. Der Steuerberater ist an seine Gebührenordnung gebunden, welche die Gebühren für die jeweiligen Steuerfälle vorschreibt. Diese Gebühren orientieren sich an der Summe der Einkünfte und nicht an einer eventuell zu erwartenden Steuerrückzahlung. Die Gebühren hängen allerdings auch vom Gebiet ab, in der die Kanzlei angesiedelt ist. So sind die Steuerberater-Honorare in der Regel auf dem Land geringer als in der Großstadt.

Will der Kunde die Gebühren auf das Mögliche minimieren, so ist seine Mithilfe gefragt. Die komplette Vorlage aller nötigen Belege und Unterlagen zum Beispiel spart allein eine Menge kostenpflichtige Zeit. Und wenn diese dann auch noch sortiert nach Datum geordnet eingereicht werden, ist der Zeitaufwand für den Steuerberater geringer, was sich schließlich in niedrigeren Gebühren niederschlägt. Es lohnt sich also, hier kooperativ zu sein.

Video: Wie funktioniert die Börse?

Foto: stevepb / pixabay.com

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