Ernährungstrend Clean Eating: Was ist das und muss Clean Eating vegetarisch sein?

Bei all‘ den neuen Ernährungstrends fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Was genau Clean Eating ist und welche Regeln dabei zu beachten sind, erfährst Du in diesem Artikel.

Clean Eating – was ist das ?

Clean Eating ist ein Konzept, das sich neben dem veganen Lebensstil, der Paleo Ernährung, Low Carb, Superfoods und vielem mehr, in die Ernährungstrends des 21. Jahrhunderts einreiht. Klassische Diäten sind abgeschrieben.

Diese gelten auf Grund ihrer Kurzzeiterfolge schon lange als wenig wirksam und sind häufig sogar eher krankmachend als gesundheitsfördernd. Das Clean-Eating dagegen, beinhaltet eine langfristige Umstellung der Ernährung und des Essverhaltens. Bei diesem neuen Food Trend stehen einerseits gesundheitliche Aspekte im Fokus, andererseits wird auf Nachhaltigkeit geachtet.

Wie geht das ? Was isst man ?

Der Kern des Clean Eatings ist der Verzehr von möglichst unverarbeiteter Nahrung. Höchstens fünf verschiedene Lebensmittel dürfen bei der Zubereitung von Speisen miteinander kombiniert werden. Ob es sich um ein warmes oder kaltes Gericht handelt, spielt dabei keine Rolle.

Dadurch soll vollständig auf Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und künstliche Aromen verzichtet werden. Industriezucker wird ebenfalls nicht verwendet, Salz nur in Maßen. Frisches Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte sowie tierische Produkte dürfen verzehrt werden. Obst und Gemüse sollen möglichst saisonal zum Kochen verwendet werden. So können diese oft regional bezogen werden.

Außerdem werden beim Clean-Eating nur „gute Fette“ verarbeitet. Gemeint sind damit ungesättigte Fette, die besonders gesund für den Körper sein sollen. Um den Stoffwechsel anzuregen, wird zusätzlich empfohlen, eher mehrere kleine statt wenigen, kalorienreicheren Mahlzeiten einzunehmen.

Je nach Belieben und Weltanschauung, kann das Clean Eating auch vegetarisch und sogar vegan gelebt werden. In diesem Fall konzentriert sich die Ernährung vor allem auf frisches Obst und Gemüse und Gerichten aus Hülsenfrüchten und Vollkorn. Auch, wenn dies sehr einschränkend wirken mag, gibt es diverse Rezepte für vegetarische und vegane Clean Eating Gerichte. Mit ausreichend Kreativität und Planung gelingt es nicht nur, leckere Mahlzeiten zuzubereiten, man vermeidet auch einen Nährstoffmangel.

Beispielsweise kann der tägliche Proteinbedarf über Produkte wie Bohnen, Tofu, Nüsse, Kichererbsen, Brokkoli, Hafer oder Kartoffeln abgedeckt werden. Diese Lebensmittel und viele andere sind sowohl vegan als auch „clean“ und lassen sich vielseitig einsetzen. Auch für den weiteren Nährstoffbedarf, gibt es meist eine pflanzliche Alternative.

Was soll das Clean Eating genau bewirken?

Doch was soll das Clean Eating genau bewirken?

Einerseits geht es darum, den echten Geschmack der Lebensmittel wahrzunehmen, der in Fertigprodukten durch die Verwendung von künstlichen Aromen im Grunde permanent überlagert wird. Außerdem soll der Körper durch diese Art der Ernährung besser in der Lage sein, die ihm zugeführten Nahrungsmittel adäquat zu verstoffwechseln. Da er meist einem Überangebot von Stoffen ausgesetzt ist, die er zum Teil gar nicht benötigt, ist dies nicht immer gleichermaßen möglich. Gerade stark verarbeitete Produkte können oft nur unter großem Energieaufwand im Körper aufgespalten und verarbeitet werden.

Man fühlt sich dadurch dann schneller müde und ausgelaugt, häufig ohne wirklich zu wissen, warum. Durch Clean Eating sollen Niere und Leber entlastet werden. Als Abnehmstrategie hat sich das Clean Eating laut vieler Erfahrungsberichte ebenfalls bewährt. Die Ernährung ist mit diesem Konzept deutlich kalorienärmer, was allerdings schon alleine durch den Verzicht auf Zucker und Fast Food erklärt werden kann. Zudem ist es, anders als eine Diät, auf eine langfristige Durchführung ausgerichtet, was die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls reduziert.

Keine künstlich verarbeiteten Lebensmittel mehr zu konsumieren bringt außerdem weniger Verpackungsmüll mit sich und ist somit vorteilhaft für den Umweltschutz. Einen weiteren Punkt auf der Nachhaltigkeitsskala bringt der Einkauf von regionalen Bioprodukten, der langfristig eine Stärkung der entsprechenden Lebensmittelindustrie zur Folge hat.

Neben den vielen Vorteilen und positiven Stimmen, gibt es aber auch kritische Meinungen zum Thema Clean-Eating. Zum Einen wird der damit verbundene Aufwand häufig als übertrieben gewertet und die generelle Idee als Konsequenz eines „First World Problems“ betrachtet. Tatsächlich ist eine Überlegung wert, ob es angemessen ist, viel Zeit und Energie in einen bestimmten Ernährungsstil zu investieren während ein großer Teil der Weltbevölkerung nicht einmal genug Essen hat, um zu überleben.

Alleine der weitgehend uneingeschränkte Zugang zu frischen Lebensmitteln generiert bei einer bewussten und ausgewogenen Ernährung die Aussicht auf eine gute Gesundheit. Andererseits ist der im Clean-Eating häufig verbreitete Leitsatz „Don’t eat anything your grandmother wouldn’t recognize as food“ („Iss nichts, das deine Großmutter nicht als Essen erkennen würde“), wissenschaftlich unhaltbar. Selbst die allergewöhnlichsten Stoffe wirken auf einmal ungesund und alarmierend, wenn wir ihre chemische Bezeichnung nennen. Aber auch von reinen Wortbezeichnungen einmal abgesehen, gibt es sehr viele hochgefährliche, aber gleichzeitig vollkommen natürliche Dinge, wie beispielsweise die Tollkirsche.

Dann wiederum gibt es künstlich hergestellte Lebensmittel, die nicht bedenklicher sind als ein gewöhnliches Stück Brot. Unwissenschaftliche Überpauschalisierungen sind also wenig hilfreich. Zudem wird bei vielen Kritikern die Kategorisierung von Nahrung in „clean“ und somit streng genommen auch „dirty“ als problematisch angesehen. Schnell kann sich diese Einteilung gedanklich festsetzen. Der Verzehr von Lebensmitteln, die nicht dem Konzept entsprechen, wird dann unter Umständen als falsch und krankmachend angesehen. Diese Denkweisen können bei einzelnen Personen Essstörungen hervorrufen.

Wie bei allem kommt es auch bei diesem Ernährungstrend auf die Art und Weise an, wie dieser umgesetzt wird. Nimmt man die Grundregeln und erlaubt sich, diese von Zeit zu Zeit auch mal zu brechen, erhält man eine gesunde, aber nicht strikte Ernährung, die sogar Spaß machen kann. Problematisch wird es erst, wenn Essen kein Genuss mehr ist, sondern immer mehr zur Arbeit oder Ersatzreligion wird.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, dich näher mit dem Clean-Eating zu befassen, dann suche dir doch einfach mal ein paar passende Rezepte raus und probier es für ein paar Tage selber aus!

Unser Fazit zu Clean Eating

Nüchtern betrachtet ist Clean-Eating in Maßen ein sinnvoller Ernährungsstil mit Potential. Sogar vegetarisch oder vegan kann Clean-Eating durchgeführt werden. Egal, ob Du abnehmen möchtest oder mehr Energie für den Alltag brauchst. Beides wird durch den Ernährungstrend positiv beeinflusst, denn der Körper wird mit genug Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgt.

Gleichzeitig werden regionale Lebensmittelbetriebe unterstützt und Müll vermieden. Es spricht allerdings vieles dagegen, Clean-Eating kompromisslos und ohne Ausnahmen durchzuführen. Die Umsetzung kann im Alltag zu Stress führen und im schlimmsten Fall vergeht die Freude am Essen. In jedem Fall, ist es interessant, sich auch einmal selber aktiv mit Clean-Eating zu beschäftigen und es für ein paar Tage oder Wochen (zum Beispiel während der Fastenzeit) selbst auszuprobieren.

Video: Das sind die Regeln beim Clean Eating

Foto: pixabay.com

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