Hühnerhaltung im Garten

Beim Begriff „Haustiere“ erscheinen vor unserem geistigen Auge meist Katzen oder Hunde mit kuscheligem Fell und einer engen Familienanbindung. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten der Tierhaltung zu Hause, und zwar im Sinne einer familiennahen Nutztierhaltung. Immer beliebter werden Hühner im eigenen Garten, da diese viele Vorteile mit sich bringen und es sehr entspannend sein kann ihnen beim Picken zu zusehen. Es gibt viele verschiedene Hühnerrassen mit unterschiedlichem Aussehen und Eigenschaften. Lassen Sie sich am besten vom lokalen Züchterverein beraten.

Hühner im Garten – ein Schritt in Richtung Selbstversorgung und Bewusstseinsbildung

Der erste Vorteil der Hühnerhaltung liegt auf der Hand: frische Eier von glücklichen Hühnern und das zu jeder Zeit. Man weiß, wie die Tiere gehalten werden, was sie täglich fressen und man ist unabhängig von Öffnungszeiten des Supermarkts. Außerdem können manche (nicht alle!) frische Küchenabfälle als Hühnerfutter verwertet werden.

Da man die Tiere täglich sieht, bekommt man einen konkreten und persönlichen Bezug zum Tier. Das ist ein schönes Erlebnis und bietet insbesondere für Kinder einen wertvollen Lerneffekt über die Herkunft des Lebensmittels Ei, das ein äußerst gesundes Grundnahrungsmittel ist und entsprechend geschätzt werden sollte.

Sind Eier gesund?

Dass ein Ei eine Vielzahl hochwertiger Nährstoffe enthält, wird bei näherer Betrachtung nicht überraschen, denn schließlich kann sich, sofern es befruchtet ist und ausgebrütet wird, aus ihm ein lebensfähiges Küken entwickeln.

Eier enthalten zunächst besonders hochwertige Proteine, die vom menschlichen Körper zu 100 Prozent aufgenommen werden können. Das ist nicht bei allen tierischen Proteinen der Fall, Joghurt kommt auf 89 und Rindfleisch auf 80 Prozent. Bei pflanzlichen Lebensmitteln sind Kartoffeln mit 98 Prozent von hoher Wertigkeit. Insgesamt gilt, je höher die Wertigkeit, umso eine geringere Menge wird benötigt, um den täglichen Nährstoffbedarf zu decken. Eier enthalten Fette (vor allem im Dotter) und einen sehr geringen Anteil an Kohlenhydrate. Hinzu kommen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. So versorgen uns Eier mit den fettlöslichen Vitaminen A, D und E und dem wasserlöslichen Vitamin B. Als enthaltene Mineralstoffe sind Phosphor, Kalzium, Eisen und Kalium zu nennen.

Eier hatten lange Zeit einen eher schlechten Ruf aufgrund des im Eidotter enthaltenen Cholesterins. Dieses hat jedoch durchaus eine wichtige Funktion im Körper, da es die Bildung von Hormonen und Vitamin D fördert. Der menschliche Körper kann es selbst bilden und ist nicht auf eine zusätzliche Zufuhr angewiesen, gesunde Menschen verfügen jedoch über einen Regelungsmechanismus, um den Cholesterinspiegel konstant zu halten, auch wenn dieses von außen zugeführt wird. Hinzu kommen Stoffe im Ei, die dafür sorgen, dass nicht das gesamte enthaltene Cholesterin vom menschlichen Körper aufgenommen wird.

Es gibt unterschiedliche Verzehrempfehlungen für Eier. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Aufnahme von zwei bis drei Eiern pro Woche.

Artgerechte Hühnerhaltung – was muss man beachten?

Wie bei jedem anderen Tier, das man in den Haushalt holt, sollte man sich auch bei Hühnern im Vorfeld Gedanken zur artgerechten Haltung machen und ob man die Bedürfnisse des Tieres in der aktuellen und auf die Lebenszeit des Tieres absehbaren Zukunft erfüllen kann. Hühner werden bei Hobbyhaltung im Schnitt fünf bis sieben Jahre, Hähne bis zu zehn Jahre alt. Jedes Tier bedeutet Verantwortung und verdient ein ihm entsprechendes, glückliches Lebensumfeld.

Hühner benötigen zunächst einen zugluftfreien Stall mit Einstreu und Sitzstange zum Schlafen. Auf 1m2 Stall können maximal (!) drei Hühner gehalten werden. Außerdem brauchen die Hühner einen Nestbereich zum Eierlegen, eine Futterstelle mit Tränke und einen Bereich zum Scharren. Dringend empfohlen wird ein Auslaufbereich, denn Hühner verbringen gerne viel Zeit draußen und lieben es tagsüber in der Wiese oder Erde zu scharren und zu picken. So sind sie immer beschäftigt. Als Faustregel sollte man mit fünf bis zehn Quadratmetern Freilauffläche pro Huhn rechnen. Je mehr Fläche, umso besser. Sie werden merken, dass glückliche und ungestresste Hühner mehr Eier legen.

Hühner können auch im Winter draußen gehalten werden, sofern sie einen geschützten Stall als Rückzugsort haben und sich zuvor an die sinkenden Temperaturen gewöhnen konnten. In besonders frostigen Zeiten empfiehlt sich eine Wärmelampe. Damit die Eiproduktion nicht zum Erliegen kommt, benötigen Hühner 16 Stunden (Tages-)Licht pro Tag, auch das sollte bei der Stallplanung bedacht und entsprechend mit Lampen vorgesorgt werden.

Welches Futter ist geeignet?

Hühner benötigen ständig verfügbares, sauberes Trinkwasser und Futter. Es empfiehlt sich eine Mischung aus hochwertigem Futter aus dem Handel und Frischfutter aus Wiese, Gemüse und Obst. Beachten Sie aber, dass manche Sorten, wie etwa Zitrusfrüchte oder Avocados nicht geeignet und für die Tiere sogar gefährlich sind. Hühner essen auch gerne Insekten, diese finden sie im Freilauf selbst. Mehl- und Tauwürmer können (vor allem in der kalten Jahreszeit) aber auch zugefüttert werden.

Im Freilauf mit Wiese gehaltene Hühner benötigen deutlich weniger (50-60 %) Fertigfutter und leben insgesamt gesünder. Je nach Rasse kann sich die notwendige Futtermenge unterscheiden.

Wie viele Eier legt ein Huhn?

Ein Rassehuhn legt im Durchschnitt 180 bis 220 Eier pro Jahr und das über mehrere Jahre. Für die Massenproduktion eigens gezüchtete sogenannte Hybridhühner legen 330 Eier pro Jahr, allerdings begrenzt auf einen Zeitraum von rund eineinhalb bis zwei Jahren.

Wie viele Tiere sollte man halten und ist ein Hahn nötig?

Da Hühner soziale Tiere sind, sollten immer mindestens zwei gemeinsam gehalten werden. Besser ist eine kleine Gruppe. Für den Eigenbedarf einer vierköpfigen Familie reichen vier bis sechs Hühner. Möchte man mehr Personen mit Eiern versorgen, werden entsprechend mehr Tiere benötigt, wobei natürlich die benötigte Menge vom individuellen Eierkonsum abhängig ist.

Die Haltung eines Hahns ist nicht zwingend notwendig, da die Hühner auch ohne ihn Eier legen. Jedoch erfüllt der Hahn in der Gruppe eine soziale Funktion, denn er sorgt für Ruhe, Ordnung und Schutz seiner Damen. Allerdings sollten bei Haltung eines Hahns mindestens sechs Hennen vorhanden sein, da sonst Stress entsteht.

Wer eine eigene Hühnernachzucht anstrebt benötigt einen Hahn. Wer Küken aufwachsen sehen möchte, kann aber auch befruchtete Eier erwerben und einer eigenen, brütenden Henne ins Nest legen.

Tipp:

Prüfen Sie vor der Anschaffung von eigenen Hühnern, ob eine Hühnerhaltung in Ihrem Garten erlaubt ist und Sie über genügend Platz verfügen. Eine Hühnerhaltung für rein private Zwecke sollte grundsätzlich kein Problem sein. Bei einem gemieteten Grundstück müssen Sie jedoch Rücksprache mit Ihrem Vermieter halten. Bei Haltung eines Hahns sollten Sie auch die Auswirkungen auf Ihre Nachbarn mitbedenken.

Wenn Sie also genügend Platz und Zeit sowie die Muße sich mit artgerechter Hühnerhaltung auseinanderzusetzen haben, steht Ihrem künftigen Frühstücksei von Ihren eigenen, glücklichen Hühnern nichts mehr im Weg. Sie werden den Unterschied sehen und schmecken!

Foto: pixabay.com

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