Lavendel im Haushalt: Tipps zur Aufzucht, Pflege und Verwendung

Die zarten, lilafarbenen Blüten des Lavendels mit dem unverkennbaren Geruch sind allseits bekannt und in getrockneter Form beliebte Mitbringsel aus dem Urlaub. Die Pflanze ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, erfreut sich aber auch in unseren Gefilden immer größerer Beliebtheit, etwa am Balkon oder im Garten, und ist als Zier-, Duft- und Heilpflanze seit jeher geschätzt.

Dieser Beitrag beschäftigt sich deshalb mit der Aufzucht, der Pflege und einigen Verwendungsmöglichkeiten dieser beliebten Pflanze.

Aufzucht

Lavendel ist eine anspruchslose Pflanze und benötigt nur wenig Wasser und Nährstoffe. Sie gedeiht in sandigen, kalk- oder lehmhaltigen und steinigen Böden. Staunässe soll unbedingt vermieden werden. Die Pflanze benötigt einen sonnigen und windgeschützten Ort. Düngung mit Kompost ist möglich. Die Blüten können bis zu 60cm hoch wachsen, es gibt aber auch niedrigere Züchtungen.

Wer nicht bereits die fertige Pflanze bzw. Setzlinge, sondern Lavendelsamen kauft, kann diese selbst im Frühjahr im Innenbereich (Februar/März) vorziehen. Die kleinen Pflänzchen können dann im Mai ins Freie gesetzt werden. Eine Pflanze benötigt eine Fläche von ca. 30 mal 30 cm. Damit die Wärme besser gespeichert wird, kann um die Pflanze eine Kiesschicht angebracht werden.

Damit die Pflanze buschiger wächst, ist ein Zurückschneiden bereits vor der ersten Blüte empfohlen. Danach sollten die Blüten jedes Jahr leicht zurückgeschnitten werden, damit sich auch Seitenknospen entwickeln können. Alternativ können die Blüten einfach 2cm abgeschnitten werden. Dies soll bis spätestens Mitte August erfolgen. In den folgenden Jahren sollte dann jeweils im Frühjahr ein starker Rückschnitt erfolgen, um einer Verholzung entgegenzuwirken. Nach mehreren Jahren sollte der Rückschnitt sogar ein Drittel ausmachen. Abgeschnittene Triebe können in Anzuchterde vermehrt werden, wenn sie noch nicht verholzt sind.

Möchten Sie Ihre Lavendelpflanzen selbst vermehren, sollten Sie die Blüten unbedingt ganz ausreifen lassen, denn die Samen werden direkt im Anschluss an die Blüte gebildet. Die Samen können dann bis zur Anzucht gekühlt werden, denn dann keimen sie besser. Geben Sie die Samen zusammen mit etwas Sand in einen Gefrierbeutel in das Gemüsefachs Ihres Kühlschranks. Die Haltbarkeit beträgt etwa ein bis zwei Wochen. Zur Anzucht verwenden Sie am besten kleine Töpfe, gefüllt mit leicht angefeuchteter Anzuchterde. Obenauf geben Sie den Samen mit dem Sand. Lavendel ist ein so genannter Lichtkeimer, deshalb sollte der Samen möglichst nicht mit Erde bedeckt werden und an einem hellen Standort keimen.

Achtung: Die Anzuchttöpfchen NICHT mit Frischhaltefolie abdecken, da hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden soll.

Tipp:

Lavendel eignet sich auch hervorragend als Balkonpflanze, er hält einige Insekten fern und ist nicht nur ein optischer, sondern auch ein olfaktorischer Genuss für alle Sinne. Wichtig ist ein heller Standort!

Pflege für Lavendel im Garten und im Topf

Nach dem Einpflanzen sollte die Erde in den ersten Tagen feucht gehalten werden, danach sollte nur wenig gegossen und Staunässe immer (!) vermieden werden, da Lavendel rasch verfault. Der Pflanzboden sollte somit eher locker sein, damit Nässe entweichen kann – Hanglage oder Hochbeet bieten sich als idealer Standort (wenn es dort auch noch sonnig ist) an. Der Boden sollte jedenfalls nährstoffarm und kalkhaltig sein und benötigt keinen Dünger.

Achten Sie auch bei Lavendel im Topf darauf, dass sich keine Staunässe bildet, etwa durch entsprechende Löcher, durch die das Wasser ablaufen kann oder eine Drainageschicht. Schneiden Sie auch Lavendel im Topf, wie oben beschrieben, regelmäßig zurück, damit Sie lange Freude an ihm haben. Er sollte außerdem einmal im Jahr umgetopft werden.

Wenn Sie die Lavendelblüten auf Ihren Pflanzen nicht abernten, sollten diese entfernt werden, sobald sie verblüht sind, um der Pflanze nicht unnötig Nährstoffe zu entziehen.

Kann Lavendel überwintern?

Ja. Mit Lavendel können Sie bei richtiger Pflege viele Jahre Freude haben, denn er kann bis zu 30 Jahre alt werden! Ein Schutz vor zu starker Wintersonne und Kälte ist zu empfehlen, etwa durch Frostschutzmatten, Baumreisig oder Rindenmulch bzw. durch einen Standort, der durch eine Hausmauer geschützt ist. Die Haltbarkeit hängt auch von der Sorte ab. Der so genannte „echte Lavendel“ ist winterhart. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Floristen entsprechend beraten.

Achtung: Stickstoffdünger macht Lavendel frostempfindlicher! Lavendel benötigt, da er es eher karg mag keinen Dünger. Die Beimengung von Kompost und Humus ist jedoch möglich.

Verwendung von Lavendel zu Hause

Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet Lavendel?

Lavendel zur Schädlingsbekämpfung

Der Duft von Lavendel vertreibt verschiedenste Schädlinge wie Schnecken, Läuse, Ameisen und Motten. Somit ist er ein natürlicher und gleichzeitig wohlriechender und ästhetischer Schädlingsbekämpfer.

Damit er noch stärker duftet, empfiehlt sich die Vermengung der Erde mit Sand oder Splitt. Dann ist die Pflanze auch winterhärter. Besonders gut machen sich in seiner Nähe u.a. Rosen und typische mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Oregano und Thymian, womit ein Geruchsfeuerwerk in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon garantiert ist.

Lavendelblüten ernten und trocknen

Um Lavendel zu trocknen, schneiden Sie die (sehr reifen) Blüten mit Stängeln ab (ca. bis nach dem ersten Blattpaar) und hängen diese am besten in mehreren Büscheln, mit einem Gummiband zusammengefasst, kopfüber auf eine Schnur. Alternativ können Sie die einzelnen Stängel auf einem Tablett nebeneinander verteilen. Der optimale Ort zum Trocknen ist trocken, schattig und nicht zu warm.

Es dauert ca. ein bis zwei Wochen, bis die Blüten trocken sind. In dieser Zeit nicht andrücken, da sonst das ätherische Öl (und somit der Duft) entweicht. Sie merken, dass die Blüten trocken genug sind, wenn sie bei Berührung anfangen zu zerbröseln. Streifen Sie die Blüten nun vorsichtig von den Stielen, um sie weiter zu verwenden oder lagern Sie sie in einem verschlossenen Glas.

Achtung: Bereits verblühte Lavendelblüten sind nicht mehr zum Trocknen geeignet.

Was macht man nun mit den getrockneten Lavendelblüten?

Lavendelkissen:

Füllen Sie kleine Stoffsäckchen mit den getrockneten Blüten und geben sie diese in Ihren Kleiderschrank. Der Duft hält Motten fern und die Kleidung frisch. Die getrockneten Blüten behalten mehrere Monate ihren Duft. Sie können die getrockneten Blüten auch in einen Stoff als Kissen einnähen, oder wer es ganz unkompliziert möchte, nimmt einfach eine Socke und füllt diese.

Badezusatz:

Lavendel im Badewasser entspannt herrlich, denn er wirkt gegen Ruhelosigkeit, Lärmempfindlichkeit, Muskelkater und Rheuma. Hierzu müssen Sie zunächst einen Sud herstellen: Sie nehmen etwa 50g getrocknete Lavendelblüten und gebe Sie in 1l Wasser. Bringen Sie diese Mischung zum Kochen und lassen Sie sie anschließend rund 10 Minuten köcheln. Nach dem Absieben können Sie den Sud dem Badewasser hinzufügen.

Lavendel in der Küche:

Teile der Lavendelpflanze können auch zum Würzen von mediterranen Gerichten verwendet werden. Lavendel schmeckt ähnlich wie Thymian und unterstützt die Verdauung sowie die Darmtätigkeit. Da er sehr aromatisch ist, reicht eine sehr kleine Menge.

Achtung: Eine Überdosis (= 1g) von Lavendel kann jedoch zu Magen- und Darmbeschwerden sowie Bewusstseinsstörungen führen. Genießen Sie Lavendel also bitte nur sehr sparsam. Achten Sie auf ökologischen Anbau bei der gekauften Pflanze und fragen Sie, ob diese zum Verzehr geeignet ist, bevor Sie sie für eine solche Anwendung nutzen.

Lavendelsalz

Für die Herstellung von Lavendelsalz nehmen Sie drei Tassen Ursalz, Meersalz, oder Steinsalz und mischen Sie dieses mit drei Esslöffeln getrockneter Lavendelblüten. Lassen Sie die Mischung eine Woche im Glas ruhen. Danach sieben Sie die Blüten aus. Wer es intensiver mag kann die Blüten auch im Glas belassen und die Mischung zerkleinern.

Lavendeltee

Lavendeltee entspannt und beruhigt die Nerven, er kann u.a. positiv bei Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen und Atemwegserkrankungen wirken. Kochen Sie für eine Tasse Lavendeltee 250ml Wasser auf und lassen Sie es danach auf ca. 80 Grad abkühlen (die ätherischen Öle vertragen kein kochendes Wasser). Gießen Sie ca. 2 Teelöffel getrocknete Lavendelblüten mit dem heißen Wasser auf und lassen Sie sie acht bis zehn Minuten ziehen. Entfernen Sie die Blüten und genießen Sie Ihren Tee. Zum Süßen empfiehlt sich die Zugabe von etwas Honig.

Fotos: pixabay.com

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