Der Bitcoin ist zurück

Bitcoin Anleger haben 2018 ein wahres Katastrophenjahr erlebt. Der Kurs, der Ende des Jahres 2017 ein Höchststand von 20.000 Dollar je Bitcoin erreicht hatte, stürzte ins Bodenlose. Seinen Tiefststand musste die digitale Währung im Dezember mit einem Wert von unter 3.300 Dollar erleben. Das hatte auch Auswirkungen auf die Bitcoin-Miner, die sich scharenweise aus dem Business zurückzogen. Schließlich war das Schürfen von Bitcoins mit einem Schlag nicht mehr profitabel geworden.

Die Volatilität bleibt vorerst aufrecht

Die Gegner von Kryptowährungen sehen im Handel mit Bitcoin & Co die schlimmsten Auswüchse des Casino-Kapitalismus. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Casino kommt ursprünglich aus dem Italienischen und hieß zunächst „kleines Haus“ , später wurde der Begriff auch für eine Villa verwendet. Soweit stimmt die Bezeichnung also noch, denn der Handel mit Kryptowährungen bewegt tatsächlich nur ein kleines Volumen im Vergleich zum weltweiten Börsenhandel. Mit Glücksspiel hat Bitcoin allerdings wenig zu tun.

Wie jede neue Währung ist auch diese sehr volatil und reagiert höchst sensibel auf jede Veränderung im Markt. Die Geschichte von Bitcoin geht zwar bereits mehr als zehn Jahre zurück, doch im Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik ist die digitale Währung immer noch nicht vollständig angekommen. Die Vorbehalte gegen Bitcoin beginnen allerdings langsam aufzuweichen. Verantwortlich dafür ist die verstärkte Aufklärung  der Medien über Funktionsweise und Sinn digitaler Währungen. Selbst hartgesottene Gegner von Bitcoin haben in den letzten zwei Jahren ihre Meinung geändert. Dazu zählen etwa die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde oder der größte Vermögensverwalter der Welt, BlackRock.

Trendwende 2019?

Das Jahr 2019 sah von Beginn an eine leichte Erholung der Werte. Langsam tastete sich der Kurs an die 4.000 Dollar Grenze heran, bevor es Anfang April zu einem Kurssprung auf über 5.000 Dollar kam. Deutsche Medien, wie die Welt berichteten zunächst, dass ein Aprilscherz die Ursache für den plötzlichen rasanten Kursanstieg gewesen sei. Schließlich warten die Krypto-Enthusiasten seit Jahren darauf, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC endlich ETFs, also börsengehandelte Fonds, die mit Bitcoins handeln, genehmigt. Als am 1. April eine Meldung kursierte, dass es nun endlich soweit sei, schoss der Kurs von Bitcoin nach oben.

Eine Zulassung dieser ETFs durch die SEC wird sehnlichst erwartet, den damit würde der Handel mit Bitcoin auch für eine breitere Masse an Investoren interessant. Die Meldung sollte sich nachträglich als Aprilscherz herausstellen, doch der Kurs von Bitcoin stürzte wider Erwarten nicht ab. Ganz im Gegenteil, er begann weiterhin nach oben zu klettern. Seit nunmehr sechs Wochen steigt Bitcoin die Kurs-Leiter nach oben. Anfang Mai wurde mit der $ 6.000 Dollar Grenze die nächste Hürde überwunden.

Strohfeuer oder dauerhafter Kursgewinn?

Nun stellt sich die Frage, ob es sich bei der Börsen-Rallye um ein kurzes Aufflackern oder um einen langfristigen Trend handelt. Die Talsohle bei den Kursen wurde nach Aussage mehrere Experten offenbar Ende des Jahres erreicht. Die Nachricht über den Tod von Bitcoin und anderer Kryptowährungen waren, frei nach dem berühmten Zitat von Mark Twain, stark übertrieben.

Offenbar war Bitcoin in den letzten Monaten einfach stark unterbewertet, die Korrektur ist jetzt im Frühling erfolgt. Natürlich könnte es sich auch um das bekannte Börsenphänomen „Fear Of Missing Out“ handeln. Dabei spielt die Psychologie eine große Rolle. Nach einem Kursanstieg haben viele Kleinanleger Angst etwas zu verpassen, steigen ein und treiben so den Kurs noch weiter nach oben. Der Kursanstieg hat auch die Bitcoin-Miner wieder zurück ins Geschäft gebracht. Die aktuellen Kurse machen das Schürfen von Bitcoin wieder profitabel.

Die Kryptowährung Bitcoin steigt wieder im Kurs

Das Big Business ist der Knackpunkt

Der langfristige Erfolg von Bitcoin, so wie von allen anderen Kryptowährungen auch, wird von der Akzeptanz großer Unternehmen und Händler abhängen. Ganz egal, wie sich die Kurse in nächster Zeit entwickeln, ohne das Big Business wird sich Bitcoin schwer tun, langfristig stabil zu werden. Ein erster Schritt wäre tatsächlich die Zulassung von Exchange Traded Bitcoin Funds an den großen Börsen in den USA.

Das wäre ein ermutigender Schritt für die Anleger und ein Zeichen dafür, dass Bitcoin „erwachsen“ geworden ist. Ein zweiter Schritt wäre mehr Sicherheit für die Besitzer digitaler Geldbörsen. Die zahlreichen Hacks von Krypto-Börsen in den letzten Jahren und der Verlust von Guthaben tragen nicht dazu bei, das Vertrauen in Bitcoin & Co zu stärken. Erst dann werden wohl die großen Player in der Wirtschaft Bitcoin für ihre Zwecke adaptieren und der breiten Masse an Konsumenten zur Verfügung stellen. Dann könnte Bitcoin endgültig auf Augenhöhe mit den anerkannten großen Währungen, wie den Dollar oder den Euro, agieren.

Bildquellen: MichaelWuensch, Pixabay.com und AaronJOlson, Pixabay.com

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